Agrarbiologe warnt vor normiertem Essen

Ansichtssache16. April 2014, 05:30
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Geht es nach dem Agrarbiologen Clemens G. Arvay, schreiben EU-Bürokraten und Industrie den Konsumenten vor, was sie anbauen und essen sollen

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foto: arvay

Agrar-, Lebensmittel- und Handelskonzerne lieben uniformes Gemüse, uniformes Obst und uniforme Körner. Warum das so ist, weiß seit der berüchtigten Gurkennorm (die im Jahr 2009 das Zeitliche gesegnet hat) auch der Durchschnittskonsument: Die Vorgaben der EU zur Gurkenkrümmung sollten den internationalen Handel erleichtern. Standardisiertes Obst und Gemüse lassen sich von Maschinen einfach besser in standardisierte Schachteln verpacken. Daneben zählt auch das vermutlich nicht ganz von der Hand zu weisende Argument des Lebensmittelhandels, dass die Konsumenten Lebensmittel nur dann kaufen, wenn sie kosmetisch makellos seien. Der Konsument kaufe keine spitzen Karotten, sondern nur abgerundete, keine zu dicken, keine zu dünnen, er verschmähe Erdäpfel, wenn sie zu groß oder zu klein oder nicht gleichmäßig rund seien. Und selbstverständlich komme ihm die Gurke mit Krümmung nicht in das Einkaufswagerl.

Im Bild: Eine Designertomate aus dem Supermarkt, knallig rot, fest wie ein Gummiball, mit großer Wahrscheinlichkeit geschmacklos.

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