Aus für Russlands Yo-Mobil

10. April 2014, 13:45
25 Postings

Der russische Milliardär Michail Prochorow hat das Millionenprojekt an den Staat für einen symbolischen Preis von einem Euro verkauft

Im Jahr 2010 hat es das Licht der Öffentlichkeit erblickt, jetzt ist dem russischen Hybrid-Auto Ё-Mobil (Anm.:sprich Yo-Mobil) schon wieder das Aus beschieden. Der russische Milliardär und Eigentümer Michail Prochorow hat das Millionenprojekt an den Staat für einen symbolischen Preis von einem Euro verkauft.

Geplant war der Bau eines kleinen wirtschaftlichen Stadtautos, das mit zwei Elektromotoren betrieben wird. Diese sollten über einen gas- oder benzinbetriebenen Stromgenerator und einen Zwischenspeicher in Gang gesetzt werden. Laut den Versprechungen der Konstrukteure sollte der Benzinverbrauch bei 3,5 Litern auf 100 Kilometer liegen. Die Preisvorstellung lag bei umgerechnet rund 10.000 Euro. Die Serienproduktion war zunächst für das Jahr 2012 geplant, wurde dann aber auf Ende 2014 verschoben. "Das Yo-Mobil soll einige Stereotypen einreißen", hatte sich Prochorow im Jahr 2011 bei einer Präsentation optimistisch über die Zukunft des Wagens geäußert. Er sei der Beweis dafür, dass Russen sowohl gute als auch umweltfreundliche Autos bauen könnten.

Gegenüber der russischen Tageszeitung „Kommersant" nun erklärte Walerij Senko, der Investitionsdirektor von Onexim (einem an dem Projekt beteiligten Investmentfonds, Anm.): "Der Automobilmarkt in der Russischen Föderation schwächelt und die wirtschaftliche Gesamtsituation hat sich wesentlich verändert. Die Schwächung des Rubels hat die Produktionskosten drastisch erhöht." Mit anderen Worten: Das Projekt wurde unrentabel. Nach Insider-Informationen von "Kommersant" sei die Übergabe der Technologien an den Staat "die wirkungsvollste und am ehesten annehmbare Variante" gewesen. Der Preis für das Ё-Mobil" drohte, auf bis zu 22 000 Euro anzusteigen. Das geplante Konzept eines "erschwinglichen Autos aus einheimischer Produktion" sei damit gescheitert. (rebu, derStandard.at, 10.4.2014)

  • Prestigeprojekt Ё-Mobil - ob der Staat die Technologie weiterverwenden wird, ist noch offen.
    foto: ap/belitsky

    Prestigeprojekt Ё-Mobil - ob der Staat die Technologie weiterverwenden wird, ist noch offen.

Share if you care.