Mölzer-Rückzug für Seniorenvertreter "längst überfällig"

10. April 2014, 12:13
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Freiheitlicher habe sich "disqualifiziert", IKG vermisst "Grundreinigung" der FPÖ

Wien - Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG), die den Rückzug von Andreas Mölzer von der freiheitlichen Kandidatenliste für die EU-Wahl gefordert hatte, vermisst eine "Grundreinigung" der FPÖ. Mölzer sei "im Parteiinteresse" aus wahltaktischen Gründen gegangen, die "überzeugende Abgrenzung der FPÖ vom rechtsextremen Rand" sei jedoch ausgeblieben, kritisierte IKG-Präsident Oskar Deutsch am Donnerstag.

Diese "Grundreinigung" sei "auch deshalb nicht möglich, weil gerade dieser Rand, repräsentiert durch die völkischen Burschenschaften, die obere Funktionärsriege der FPÖ dominiert", findet Deutsch. Etwa ein Drittel der Abgeordneten des Nationalrates und etwa die Hälfte der Abgeordneten des Wiener Landtages würden "dieser Kaderschmiede" angehören. "Es liegt jetzt an der Parteienlandschaft und der Zivilgesellschaft den 'Cordon-sanitaire' um die FPÖ aufrechtzuerhalten und zu verstärken", forderte Deutsch. 

"Längst überfällig"

Für die beiden Seniorenvertreter Karl Blecha (SPÖ) und Andreas Khol (ÖVP) ist der Rückzug von Andreas Mölzer als FPÖ-Spitzenkandidat bei der EU-Wahl "längst überfällig". Die ÖVP kritisierte in einer Aussendung die "unglaubwürdige Pseudo-Distanzierung" von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

"Ich kann das nur begrüßen, weil das kein sehr gutes Licht auf österreichische Aktivitäten im Europaparlament gebracht hätte", erklärte Blecha zum Rückzug Mölzers. Mit seinen Aussagen habe sich der Freiheitliche "disqualifiziert".

FPÖ-Obmann Strache sei wochenlang abgetaucht und habe am Mittwoch lediglich eine "unglaubwürdige Pseudo-Distanzierung von den Verbalentgleisungen seiner Parteifreunde" geliefert, stellte ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel fest. Er forderte eine deutliche Ablehnung der "indiskutablen Äußerungen". (APA, 10.04.2014)

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