Kenia ordnet Verhaftungswelle gegen somalische Flüchtlinge an

Ansichtssache10. April 2014, 12:05
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Das kenianische Innenministerium hat in der vergangenen Woche fast 4.000 Menschen somalischer Herkunft vorübergehend verhaften lassen. 447 davon sollen sich nach wie vor in der Hauptstadt Nairobi in Gewahrsam befinden. Insgesamt 82 Somalis wurden nach Somalia deportiert.

Die Aktion soll laut Angaben des Innenministeriums der Sicherheit Kenias dienen und illegale Immigranten sowie militante Islamisten des Landes verweisen. Ein enger Zusammenhang soll mit den Anschlägen der islamistischen Gruppe Al-Shabaab bestehen.  Der Polizeieinsatz konzentrierte sich auf das somalische Viertel Eastleigh in Nairobi. Die kenianische Regierung vermutet, dass Al-Shabaab dort Mitglieder rekrutiert, Anschläge plant und auch von den somalischen Anrainern unterstützt wird. "Es ist Zeit aufzuräumen und wieder Ordnung herzustellen", sagte Innenminister Joseph Ole Lenku. (red, derStandard.at, 10.4.2014)

foto: reuters/mukoya
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Auch Frauen und Kinder wurden verhaftet, einvernommen und ihre Aufenthaltsberechtigungen überprüft.

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Schon vergangenen Monat wurde alle somalischen Flüchtlinge, die in kenianischen Städten leben, dazu aufgefordert sich in Flüchtlingscamps an der Grenze zu Somalia zu begeben.

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Die gezielte und ausschließliche Verhaftung von Somalis wurde sowohl von Menschenrechtsorganisationen, kenianischen Abgeordneten und Klerikern verurteilt.

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Ein somalischer Parlamentsabgeordneter empfängt ein deportiertes Mädchen in Mogadishu.

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Innenminister Joseph Ole Lenku rechtfertigt sein Vorgehen mit der instabilen Sicherheitslage. Am 31. März starben sechs Menschen bei einem Anschlag in Eastleigh.

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Kenias bekanntester radikaler muslimischer Kleriker Sheikh Shariff - besser bekannt unter dem Namen Makaburi - wurde vergangene Woche erschossen. Er galt als einer der führenden Köpfe von Al Shabaab, obwohl er stets abstritt ein Mitglied zu sein, befürwortete die Einführung der Scharia und rechtfertigte den Anschlag auf das Westgate Einkaufszentrum. Wer hinter seiner Ermordung steckt, ist noch unklar.

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