Kunstuniversität Graz erhält mit Elisabeth Freismuth erste Rektorin

9. April 2014, 16:53
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Spitzenbeamtin tritt Amt am 1. Oktober an - Wahl erfolgte einstimmig

Graz - Die Kunstuniversität Graz (KUG) erhält erstmals eine Rektorin. Der Universitätsrat wählte am Mittwoch aus dem Dreiervorschlag des Senats einstimmig die Wissenschaftsministeriums-Sektionschefin Elisabeth Freismuth. Die gebürtige Wienerin wird ihr Amt am 1. Oktober antreten, teilte die KUG mit.

Elisabeth Freismuth (geb. 1955) studierte zunächst Jus, Geschichte und Kunstgeschichte an der Uni Wien. Nach dem Gerichtsjahr und Assistententätigkeit am Institut für österreichische und europäische Rechtsgeschichte wechselte sie in die Rektoratsdirektion der Musikhochschule Wien, die sie ab 1989 leitete. Seit 2008 fungierte sie als Sektionsleiterin im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung. Freismuth ist zudem u.a. Präsidentin des Vereins Freunde der Filmakademie Wien, Mitbegründerin und Vizepräsidentin des Vereins Forum Universität und Gesellschaft sowie Jurymitglied der "International Emmy Awards".

Schlusspunkt nach Konflikten

"Mit Elisabeth Freismuth konnte eine hocherfahrene Universitäts-Managerin gewonnen werden. Über 50 Jahre nach Gründung der Kunstuniversität steht dieser somit erstmals eine Frau vor", zeigte sich Universitätsrats-Vorsitzende Wilhelmine Goldmann über das Wahlergebnis erfreut. Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) bezeichnete Freismuth als "versierte Persönlichkeit". Ihre Erfahrungen böten viel Potenzial für die weitere Entwicklung der Kunstuniversität Graz.

Die Wahl setzte einen Schlusspunkt unter die seit drei Jahren zwischen Universitätsrat und Senat konfliktreich ausgetragene Neubesetzungsdiskussion: Ende September 2010 hat der damalige Rektor Georg Schulz vom Unirat zwar ein einstimmiges Pro-Votum für seine Wiederwahl ohne Ausschreibung erhalten, im Senat dafür aber nicht die nötige Zweidrittel-Mehrheit erreicht. Daraufhin gab es eine Ausschreibung. Es folgten Uneinigkeiten über den Dreiervorschlag, der den bisherigen Rektor nicht berücksichtigte, und eine "Ersatzvornahme" des Unirates, in der Schulz zum Rektor gewählt wurde.

Der Senat beeinspruchte das Verfahren beim Verwaltungsgerichtshof und erhielt Recht - woraufhin aus dem "alten" Dreiervorschlag ein deutscher Kandidat (Frank-Thomas Mitschke) gewählt wurde, der jedoch das Amt dann doch nicht antreten wollte. Seither fungiert Robert Höldrich als geschäftsführender Vizerektor. Die im Herbst 2013 neu zusammengesetzten Gremien von Senat und Universitätsrat haben die Neuausschreibung empfohlen bzw. beschlossen. (APA, 9.4.2014)

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