Korruptionsvorwürfe gegen Hewlett-Packard in Polen

9. April 2014, 13:41
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Polnische Regierung wirft HP "korrupte Aktionen" vor, bisher keine Stellungnahme des Konzerns

Der amerikanische IT-Konzern Hewlett-Packard (HP) ist nach Angaben der polnischen Regierung in einen Bestechungsskandal verwickelt. Das Unternehmen werde noch am Mittwoch einräumen, dass es bei seiner polnischen Tochter "korrupte Aktionen" gegeben habe, erklärte Innenminister Bartlomiej Sienkiewicz in einem Hörfunkinterview.

Von HP Polen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Auch der HP-Kommunikationschef für Europa, den Nahen Osten und Afrika war nicht erreichbar.

Unternehmen sollen bestochen haben

Dem Minister zufolge arbeiteten die Behörden bei den Ermittlungen mit dem FBI und der US-Börsenaufsicht SEC zusammen. Sienkiewicz sagte, es sei ein Durchbruch, dass ein internationaler Konzern Korruption in Polen eingestehe.

Mehrere Unternehmen sollen Bestechungsgeld gezahlt haben, um an Aufträge zu kommen. Die Ermittlungen wurden nach Angaben der Antikorruptionsbehörde CBA im Jahr 2011 aufgenommen. Inzwischen gebe es nahezu 70 Verfahren gegen 41 Personen. Im Mittelpunkt steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft der frühere Chef einer Behörde, die für die IT-Systeme der Regierung zuständig ist. Er soll finanzielle Unterstützung über 3 Mio. Zloty (rund 720.000 Euro) angenommen haben. Betroffen sind Ermittlern zufolge aber auch Mitarbeiter von Unternehmen, andere Behördenvertreter und frühere Polizisten. (APA, derStandard.at, 9.4.2014)

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