Destabilisierung von Blut- und Lymphgefäßen kann Tumor-Wachstum hemmen

9. April 2014, 13:45
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Forscher der MedUni Wien konnten zeigen, dass die Blockade von gefäßstabilisierenden Zellen durch einen Eiweißstoff zum Zerfall der neu gebildeten Gefäße führt

Wien - Die Verhinderung des Wachstums neuer Blutgefäße innerhalb von Tumoren durch eine Blockade der dafür verantwortlichen spezifischen Wachstumsfaktoren führt zu einem "Aushungern der Tumore". Diese Strategie hat sich in der Praxis bereits etabliert. Jetzt haben Forscher am Klinischen Institut für Pathologie der Medizinischen Universität Wien unter der Leitung von Dontscho Kerjaschki ein weiteres Prinzip zur Destabilisierung dieser Gefäße entdeckt.

Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass die Blockade von gefäßstabilisierenden Zellen, den Perizyten, mittels eines am Klinischen Institut für Pathologie entdeckten Eiweißstoffes zum Zerfall der neu gebildeten Gefäße führt. Perizyten sind Zellen, die an den Außenwänden von Lymph- und Blutgefäßen anliegen und so eine Schicht um die kleinen Blutgefäße bilden.

Das neue Gefäß-destabilisierende Prinzip findet vorläufig experimentell auch in anderen Bereichen der Medizin eine potenzielle Anwendung, so zum Beispiel in der Augenheilkunde zur Verhinderung der durch Gefäßwachstum herbeigeführten Erblindung nach Transplantationen oder Verätzungen der Hornhaut. "Mithilfe unseres Inhibitors ist es uns gelungen, die Anheftung von Perizyten an die neu einsprossenden Gefäße zu verhindern und damit das Gefäßwachstum und der nachfolgenden Erblindung im Tierexperiment vorzubeugen", erklärt Kerjaschki. (APA/red, derStandard.at

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