25 Tote bei Anschlagswelle im Irak

9. April 2014, 19:52
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55 Verletzte - Extremisten schießen auf Wahlkämpfer - Iraker sollen am 30. April ein neues Parlament wählen

Bagdad - Drei Wochen vor der Parlamentswahl im Irak hat eine Welle von Terroranschlägen die Hauptstadt Bagdad erschüttert. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen starben 21 Menschen, als am Vormittag Autobomben in mehreren Stadtvierteln detonierten. Die meisten Sprengsätze explodierten in Vierteln, die mehrheitlich von Schiiten bewohnt werden. Die Polizei zählte 55 Verletzte.

Ein Selbstmordattentäter starb in der nördlichen Stadt Tikrit, als seine Autobombe während einer Verfolgungsjagd mit der Polizei explodierte. Nach Polizeiangaben wurden fünf Zivilisten verletzt. Weitere Zwischenfälle wurden aus den Provinzen Ninive und Babylon gemeldet. Extremisten schossen am Dienstagabend auf einer Landstraße in der Provinz Salaheddin auf zwei Wahlkampfhelfer, die gerade dabei waren, Plakate für ihre Partei aufzuhängen.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden die Angehörigen des Wahlkampfteams der Al-Watanija-Liste von Ex-Ministerpräsident Ijad Allawi verletzt. Die Angreifer konnten fliehen. Die Polizei geht davon aus, dass sie einem lokalen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida angehören.

Die Wahlkommission disqualifizierte indes zwei Kandidaten, weil sie bei Wahlkampf-Veranstaltungen extreme Ansichten geäußert hatten. Mishaan al-Jaburi wurde vorgeworfen, er habe mit rassistischen Kommentaren das Volk der Kurden beleidigt. Der Kurde Al-Atrushi soll Vize-Ministerpräsident Hussein al-Shahristani beleidigt haben. Gegen 14 Parteien wurden nach Medienberichten Bußgelder verhängt, weil sie gegen die Regeln für einen fairen Wahlkampf verstoßen hatten.

Die Iraker sollen am 30. April ein neues Parlament wählen. Die Angehörigen der sunnitischen Minderheit und einige Schiiten-Parteien wollen eine dritte Amtszeit des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki verhindern. Allerdings ist die Terrorgefahr in vielen sunnitischen Siedlungsgebieten derzeit so groß, dass dort wahrscheinlich kaum jemand zur Wahl gehen wird. (APA, 9.4.2014)

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