Britische Kulturministerin Miller tritt wegen Spesenaffäre zurück

9. April 2014, 10:26
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Tory-Politikerin bezog Gelder aus Abgeordneten-Fonds, um privat ein Haus zu kaufen - Sprecher beklagt "Hexenjagd"

London - Die britische Kulturministerin Maria Miller ist zurückgetreten. Ihr wurde vorgeworfen, privat ein Haus gekauft und mit einem Gewinn von mehr als einer Million Pfund wiederverkauft zu haben. Für das Haus im Süden Londons, in dem unter anderem ihre Eltern lebten und das sie als "Zweitwohnsitz" gemeldet hatte, bezog sie Spesen aus dem Fonds für Abgeordnete von mehr als 90.000 Pfund (rund 110.000 Euro).

Miller wurde schließlich vom Parlament zur Rückzahlung von 5.500 Pfund aufgefordert. Innerparteiliche Gegner legten ihr vor allem zur Last, mit der Affäre nicht offen umgegangen zu sein. Premierminister David Cameron war öffentlich bis zuletzt hinter seiner Ministerin gestanden. In ihrem Rücktrittsgesuch an den Premier räumte sie ein, sie sei "zu einer Ablenkung für die Regierungsarbeit" geworden.

Ihr Sprecher betonte, es habe sich um eine "Hexenjagd" gehandelt. Viele in der Konservativen Partei hätten einen Grund gesucht, sie aus der Regierung zu werfen, weil sie sich erfolgreich für die Homo-Ehe und die Reform des Presserechts eingesetzt habe. Beides sind bei den Konservativen äußerst kontrovers diskutierte Themen. (APA, 9.4.2014)

  • Maria Miller verabschiedet sich aus der britischen Regierung.
    foto: reuters/paul hackett

    Maria Miller verabschiedet sich aus der britischen Regierung.

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