Italiens Marine rettete in zwei Tagen 4.000 Flüchtlinge

9. April 2014, 10:07
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Innenminister Alfano: "Internationale Gemeinschaft kann nicht so tun, als wäre das nur ein italienisches Problem"

Rom - Schiffe der italienischen Marine haben in der Nacht auf Mittwoch in wenigen Stunden mehrere Flüchtlingsboote mit insgesamt rund 1.500 Migranten an Bord in Sicherheit gebracht. An Bord eines der Boote befand sich auch ein Toter, berichtete der italienische Innenminister Angelino Alfano. Bereits am Dienstag waren 1.049 Flüchtlinge vor Sizilien gerettet worden.

Die Leiche befinde sich an Bord eines Bootes, dem ein Containerschiff zur Hilfe geeilt sei, berichtete Alfano in einem Radiointerview. In den vergangenen zwei Tagen seien 4.000 Migranten in Sicherheit gebracht worden. "Der Flüchtlingsnotstand wird immer akuter", warnte Alfano.

Angesichts der anhaltenden Flüchtlingswelle in Richtung Süditalien hatte Alfano am Dienstag die EU aufgerufen, mehr Verantwortung im Einsatz gegen die illegale Migration zu übernehmen. Die Rettung der Migranten könne nicht nur auf Italiens Schultern lasten, warnte Alfano.

"Kein italienisches Problem"

"Der Einsatz der italienischen Marine im Mittelmeerraum 'Mare Nostrum' kostet uns 300.000 Euro pro Tag. Wir müssen tausende Menschen in Seenot retten. Die internationale Gemeinschaft kann nicht so tun, als wäre das nur ein italienisches Problem", warnte Alfano. Für "Mare Nostrum" habe Italien neun Millionen Euro pro Monat zur Verfügung gestellt. "Wir wissen jedoch nicht, wie lange Italien allein für die hohen Kosten dieser Rettungsaktion aufkommen kann, eine Aufgabe, die eigentlich Europa zustehen sollte", erklärte Alfano. Das Thema einer gesamteuropäischen Kooperation gegen den Menschenhandel soll während des italienischen EU-Vorsitzes ab der zweiten Hälfte 2014 in den Vordergrund rücken.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der in Italien eingereichten Asylanträge um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 27.830 gestiegen, geht aus einem Bericht des Forschungszentrums Astalli hervor. Die meisten Asylanträger stammten aus Syrien. (APA, 9.4.2014)

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