Familie klagt Altersheim, das Stripper engagierte

Ansichtssache9. April 2014, 11:20
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Die Angehörigen einer 86-jährigen US-Amerikanerin verlangen eine siebenstellige Summe, weil die betagte Dame zur Teilnahme an der "schändlichen" Show genötigt worden sei

Sie sei Opfer einer "schändlichen sexuellen Perversion" geworden, sagt Anwalt John Ray über seine Mandantin Bernice Youngblood. Mit einem Zeigestock deutet er auf ein stark vergrößertes Foto der heute 86-Jährigen, auf dem sie einem Stripper Dollarnoten in die Unterhose steckt.

Youngbloods Sohn entdeckte das Foto vom September 2012 im vergangenen Jänner. Seine Mutter habe gegen ihren Willen an der "schändlichen" Show teilgenommen und solle nun vom East Neck Nursing Center im US-Bundesstaat New York mit einer siebenstelligen Summe entschädigt werden.

"Die Klägerin wurde auf bedrohliche, widerwärtige, körperliche Art genötigt und irritiert, nachdem ein muskulöser, fast nackter Mann ihr nahegekommen war und seinen Körper und seine Glieder über sie gerichtet hatte", heißt es im Antrag gegen das Altersheim.

Petition der Seniorinnen

Howard Fensterman, der Anwalt der Einrichtung, verteidigt das Ereignis mit dem Einverständnis der Bewohner. 16 Seniorinnen hätten sich mit der Bitte um eine derartige Veranstaltung an den Vorstand gerichtet, der zugestimmt und eine Gebühr von 250 Dollar entrichtet habe. Zudem sei Youngblood von der Freundin eines ihrer Söhne zur Show begleitet worden.

Fensterman widersprach auch der Aussage, dass Youngblood trotz einer Demenzerkrankung zur Teilnahme genötigt wurde. Ein von ihr unterzeichnetes Dokument beweise, dass sie zum Zeitpunkt der Veranstaltung im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte war.

In einer hitzigen Debatte bei einer nicht alltäglichen Pressekonferenz auf dem Rasen vor dem Altersheim in Long Island blieb ihr Sohn bei den Vorwürfen: Die religiöse Dame habe ihre Würde verloren. Das Gesundheitsministerium des Bundesstaats widmet sich nun dem Fall. (mcmt, derStandard.at, 9.4.2014)

foto: ap photo/mark lennihan
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