Arktos: Start-up will Excel "in Gegenwart befördern"

9. April 2014, 09:32
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Drei ehemalige Stanford-Studenten arbeiten an einem Programm, das Tabellenkalkulation revolutionieren soll

Vor über 32 Jahren erschien mit Microsoft Multiplan das erste Tabellenkalkulationsprogramm des Redmonder Softwarekonzerns. Drei Jahre später wurde es in "Excel" umbenannt, mittlerweile ist es das welweit meistgenutzte Programm seiner Art. Im Grunde hat sich allerdings seit 1985 wenig verändert: In Zeilen und Spalten werden Datensätze eingegeben, anschließend können Berechnungen durchgeführt werden.

Zu kompliziert

"Excel ist wahnsinnig kompliziert – es hat zu viele Funktionen, und 80 Prozent der User nutzen nur 20 Prozent dieser Funktionen", sagt Ari Dyckovsky, der Informatik auf der US-Eliteuniversität Stanford studiert hat. Er machte sich mit zwei Freunden daran, eine Alternative zu Excel zu entwickeln: "Wir wollen eine Lösung für den Teil der Bevölkerung, die keine ausgeprägten technischen Fähigkeiten haben." Die drei gründeten das Start-up Arktos und programmieren momentan eine gleichnamige Anwendung.

Intuitives Design

Um Nutzern die Bedienung zu erleichtern, soll die neue Anwendung intuitiv funktionieren und grafisch überzeugen. Dyckovsky nennt die App einen "Daten-Browser", statt Zeilen und Raster sollen Datensätze hierarchisch angezeigt werden. Etwa bei einer Restaurantkette: Man bildet alle Filialen ab, anschließend könne man für jedes einzelne Restaurant Datensätze einspeisen, mit einem Klick auf das Restaurant wiederum Daten über die Beschäftigten, Umsätze, et cetera eingeben.

Dateneingabe und -ausgabe vereinfachen

Zwar gibt es bereits Tools wie Tableau, die Datensätze visualisieren, diese seien laut Wired aber nicht geeignet, um die Daten auch einzugeben. Zusätzlich seien sie relativ schwer zu handhaben. Arktos möchte diese Lücke nun füllen und vor allem bei Unternehmen überzeugen. Dabei plant man, die Software durch die Mundpropaganda einzelner Mitarbeiter populär zu machen.

"Mehr Facebook als Apple"

Anschließend möchte man sich "mehr an Facebook als an Apple" orientieren, so Mitgründer Andrew Vigneault gegenüber der "Washington Post". Gemeint ist damit, dass Arktos ein Produkt veröffentlichen und dann ständig verbessern möchte. Apple warte hingegen, bis das Resultat perfekt sei, was bei Arktos wohl nicht möglich sein wird.

Noch viel Geheimhaltung

Da sich die Anwendung in Entwicklung befindet, werden mehr Details oder Screenshots momentan noch geheim gehalten. Auf der Arktos-Website können sich Interessierte allerdings anmelden, um per E-Mail über Neuigkeiten oder die Veröffentlichung auf dem Laufenden gehalten zu werden. (fsc, derStandard.at, 9.4.2014)

  • Microsoft Multiplan auf einem Commodore 64: Eines der ersten Tabellenkalkulationsprogramme.
    foto: screenshot/wikipedia

    Microsoft Multiplan auf einem Commodore 64: Eines der ersten Tabellenkalkulationsprogramme.

  • So sieht Microsofts Excel heute aus: Am Grundprinzip hat sich wenig geändert, Arktos möchte das ändern.
    foto: screenshot/wikipedia

    So sieht Microsofts Excel heute aus: Am Grundprinzip hat sich wenig geändert, Arktos möchte das ändern.

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