Sonne mögen mit UV-Schutz

15. April 2014, 08:06
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Ab sofort werden sie wieder besonders böse - UV-Strahlen schädigen die Haut - Der beste Schutz: Tagescremen mit Lichtschutzfilter

Viele Menschen benötigen Zahlen, um sich Tatsachen vor Augen zu führen - sogar in der Hautpflege. Wer wissen will, wie lange die Sonne ohne entsprechenden Schutz harmlos und freudebringend ist, sollte erst einmal rechnen. Die einfache Formel lautet: Eigenschutzzeit x Lichtschutzfaktor = die maximal mögliche Zeit, sich in der Sonne aufzuhalten, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. In Mitteleuropa kann für die Mehrheit der Menschen, eine durchschnittliche Eigenschutzzeit von 15 Minuten angenommen werden. Wer sich morgens eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor 20 gönnt, kann sich also rund 300 Minuten (fünf Stunden) sorglos dem Sonnenlicht aussetzen.

Tagescremen mit Lichtschutzfaktor? "Besonders im Frühling drängt es die Menschen, jede freie Minute irgendwo draußen zu verbringen", sagt Markus Dawid, der Leiter der Hautambulanz am SMZ Süd in Wien. Wer morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, beim Mittagessen einen Tisch draußen ergattert und vielleicht abends die letzten Sonnenstrahlen bei einen After-Work-Drink im Schanigarten genießt, hat diese Zeit schnell beisammen. Viele, die der ultravioletten Strahlung über die Jahre sorglos frönen, landen bei Dawid in der Hautambulanz.

Schutzschild

Die Zahlen für aktinische Keratosen, Basaliome und Melanome sind in den letzten Jahren gestiegen, "diese Formen von Hautkrebs sind klar auf eine UV-Überdosis zurückzuführen", sagt Dawid. Die medizinisch weniger dramatischen Auswirkungen sind braune Pigmentflecken, die schon ab dem 35. Lebensjahr wie aus dem Nichts auftauchen und als Warnsignal verstanden werden können. Die kurzwelligen UVB-Wellen (das sind die, die den Sonnenbrand verursachen) zerstören mit ihrer hohen Energie nicht nur die Hüllen von Zellen und erzeugen dadurch Zersetzungsprodukte, die sogenannten freien Radikale, sondern können auch die DNA im Zellkern verändern. Zwar gibt es körpereigene Reparatursysteme, die verursachte Schäden wieder gutzumachen versuchen, aber auch diese Mechanismen werden mit den Jahren immer schwächer und fehleranfällig - der Grund für immer mehr Hautkrebs.

Die langwelligen UVA-Strahlen dringen ebenfalls unter die Haut, verursachen keinen Sonnenbrand, schädigen aber die Kollagene. Das sind jene Baustoffe der Haut, die sie elastisch halten. UVA ist also ziemlich direkt für die Falten verantwortlich. Das Schlimmste daran: UVA dringt durch Glasscheiben, insofern können auch Autofahrten langfristig hautkrebserregend sein.

UV-Filter

Die einfache Lösung: Mit Frühlingsbeginn auf Tagescremen mit Sonnenschutz umstellen: "Das hält bis abends. Wer unvermutet lange in der Sonne sitzt, sollte immer eine echte Sonnenschutzcreme dabeihaben und sich gegebenenfalls einschmieren", empfiehlt Dermatologe Dawid. Ob er die chemischen Filter, die dann täglich auf die Haut kommen, bedenklich findet? "Nein, weil diese Cremen in der oberen Hornhaut bleiben. Dort gibt es keine Blutgefäße, ich wüsste nicht, wie sie von dort in andere Körperteile gelangen können", sagt er. UV-Filter - vermerkt durch die Abkürzung SPF (englisch: Sun Protection Filter) oder LSF (deutsch: Lichtschutzfilter) - wandeln die energiereiche UV-Strahlung in Wärme um.

Skeptikerinnen in Sachen chemische Filter empfiehlt er Sonnenfilter auf mineralischer Basis. "Das ist rein physikalischer Schutz. Sonnenlicht wird durch feinste Partikel reflektiert", so Dawid. Im Grunde genommen ginge es immer darum, Nutzen und Schaden gegeneinander abzuwägen. Dass Sonne der menschlichen Haut schadet, sei durch viele Studien belegt. Für chemische Filter gebe es keine vergleichbaren Daten. Die Colipa, Vereinigung der Kosmetikhersteller Europas, musste für die Zulassung der Sonnenschutzfilter eine ganze Reihe von Unbedenklichkeitsbeweisen erbringen.

Make-up, so Dawid, bietet übrigens gar keinen Schutz. Kleidung auch nur bedingt: Ein weißes T-Shirt hat einen Sonnenschutzfaktor von zehn - unter der Voraussetzung, dass es nicht zu eng anliegt oder nass ist. (Karin Pollack, Rondo, DER STANDARD, 11.4.2014)

  • Lichtschutzfilter schützen die Haut vor der Sonne.
    foto: apa/epa/warmuth

    Lichtschutzfilter schützen die Haut vor der Sonne.

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