18 Jahre Haft für Mord aus Eifersucht in Salzburg

8. April 2014, 17:37
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Urteil für 37-Jährigen, der nach einem Ehestreit seine Frau erstochen haben soll

Salzburg - Im Mordprozess gegen einen 37-Jährigen, der in Salzburg aus Eifersucht seine Frau ermordet haben soll, fällten die Geschworenen Dienstag am späten Nachmittag ein Urteil. Im Sinne der Anklage erkannten sie den Bosnier des Mordes für schuldig und verhängten eine Haftstrafe von 18 Jahren. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung gaben noch keine Erklärung ab.

Laut Anklage soll der Bosnier seiner Ehefrau fünf Messerstiche in den Rücken versetzt und sie mit einem Halsschnitt getötet haben, nachdem er erfuhr, dass sie eine außereheliche sexuelle Beziehung führte. Er wisse nicht, wie das geschehen sei, verantwortete sich der Angeklagte am ersten Prozesstag (der Standard berichtete). Er habe keine Erinnerung mehr an den Tathergang. Nachdem seine Frau mit dem Messer auf ihn losgegangen sei, sei er ohnmächtig geworden und erst auf dem leblosen Körper seiner Frau wieder zu sich gekommen.

Die dreijährige Tochter des Paares dürfte die Bluttat mitangesehen haben. Opferanwalt Stefan Rieder forderte je das Maximum an Schmerzensgeld für Hinterbliebene in der Höhe von 20.000 Euro für die Tochter, die Mutter des Opfers und deren Bruder.

Mann hatte Schwester die Tat gestanden

Schwer belastet wurde der 37-Jährige am zweiten Prozesstag von seiner eigenen Schwester. Die in der Schweiz lebende Zeugin schilderte vor den Geschworenen, ihr Bruder habe sie am Tag der Bluttat angerufen und gesagt, er habe seine Frau getötet. Als sie fragte, warum er das getan hätte, habe er geantwortet: „Sie hat mich betrogen, ich musste es tun". Zudem soll der Angeklagte nach dem tödlichen Ehestreit auch auf Facebook gepostet haben, dass er seine Frau ermordet habe.

Der Verteidiger des Angeklagten, Karl Wampl, unterstrich in seinem Abschlussplädoyer abermals, dass mehrere Varianten des Tathergangs möglich seien; etwa Notwehr oder eine Notwehrüberschreitung. Zu Prozessbeginn am Montag führte Wampl zudem noch die Möglichkeit eines Mordversuchs der Frau an ihrem Mann mit anschließendem Selbstmord an. (Stefanie Ruep, derStandard.at, 8.4.2014)

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