Konkurrenz von Mercedes sieht schwarz

8. April 2014, 17:33
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Dominanz der Silberpfeile sorgt bei Ferrari und Red Bull Racing für pure Verzweiflung

Bei Ferrari schrillen schon die Alarmglocken, Sebastian Vettel wird die superschnellen Mercedes wohl bis auf unbestimmte Zeit nur von hinten sehen und Nico Rosberg erwartet weitere "knallharte" Siegduelle mit seinem Teamkollegen Lewis Hamilton: Die dominierenden Silberpfeile haben den Rest des Formel-1-Feldes schon nach drei von 19 Saisonrennen an den Rand der Verzweiflung gebracht.

Eklatanter PS-Vorteil

Vierfach-Champion Vettel, der Dominator der vergangenen Jahre, braucht sich jedenfalls keine großen Hoffnungen machen, in naher Zukunft wieder einmal ein Rennen gewinnen zu können. "Wir schätzen den PS-Vorsprung von Mercedes bei etwa 80 PS. Die Fahrbarkeit ist zudem noch viel besser als bei Ferrari und Renault. Das hat sich Mercedes durch Cleverness und wesentlich längere Vorbereitung erarbeitet", sagte Helmut Marko, Vettel-Mentor und Red Bulls mächtiger Motorsportberater, in der Sendung "Sport und Talk aus dem Hangar 7" auf Servus-TV: "Da werden wir sehr zu kämpfen haben, dass wir nur annähernd in die Nähe von Mercedes kommen."

Vettel war zuletzt in Bahrain nicht über Platz sechs hinausgekommen. An der Spitze drehten Hamilton und Rosberg einsam ihre Runden - wie der Deutsche in der Vorsaison. Nach drei von 19 Rennen hat Vettel bereits 38 Punkte Rückstand auf den WM-Führenden Rosberg (61 Punkte). "Wir haben den besten Job gemacht und sind im Moment absolut dominant. Das ist eine sehr schöne Phase", sagte Rosberg mit einem Grinsen im Gesicht im Morgenmagazin von ARD und ZDF.

Knallharte Duelle mit ein "bisschen Respekt"

Der Deutsche, Sieger des Saisonauftaktes in Australien, schickte zudem eine Kampfansage an Vettel, Fernando Alonso und Co. und erwartet weitere packende Zweikämpfe mit Hamilton. "Wir fahren absolut Vollgas gegeneinander, fighten, was das Zeug hält", sagte Rosberg: "Mit ein bisschen Respekt natürlich, damit nichts passiert. Immerhin sind wir ja ein Team. Es geht aber knallhart zur Sache. Dafür sind wir doch hier, um eben eine tolle Show und coole Duelle zu bieten. So wollen wir weitermachen."

Eine Vorahnung, die Ferrari und dem bisherigen Branchenprimus Red Bull gar nicht gefallen dürfte. "Mercedes einzuholen ist ein Prozess, das geht nicht mit einem Geniestreich", sagte Marko, der Vettel wenig Hoffnung auf eine schnelle Besserung macht: "Wir hoffen, in Europa mindestens in Reichweite von Mercedes zu sein."

Sonderschichten bei Ferrari

Noch schlimmer als bei Red Bull ist die derzeitige Form von Ferrari. Die Tifosi befürchten nach den demütigenden Pleiten zum Saisonauftakt bereits den Abgang von Fernando Alonso. Teamchef Stefano Domenicali setzt seine Techniker derweil unter Erfolgsdruck. "Die Leistungen bleiben hinter unseren Erwartungen zurück", sagte Domenicali, der fürchtet, dass es für die Scuderia wohl wieder nicht zum WM-Titel reichen wird.

Um den Rückstand zu Mercedes etwas zu verkleinern, ordnete Domenicali in Maranello Sonderschichten an. Mit einer verbesserten Aerodynamik und mehr Geschwindigkeit soll die Wende eingeleitet werden. "Bei Domenicali macht sich die Angst breit, dass sich die Lage nicht mehr ändert", kommentierte die Gazzetta dello Sport am Dienstag und spekulierte über einen Abschied Alonsos zum Saisonende: "Wie könnte man in diesem Fall Alonso daran hindern, sich bei anderen Rennställen umzusehen? Schließlich sind schon acht Jahre seit Fernandos letztem WM-Titel vergangen." Der Spanier wird schon seit Wochen mit seinem Ex-Rennstall McLaren in Verbindung gebracht. (sid, 8.4.2014)

  • Es wird gemunkelt, dass Fernando Alonso und Ferrari ab Saisonende getrennte Wege beschreiten werden.
    foto: epa/srdjan suki epa/srdjan suki

    Es wird gemunkelt, dass Fernando Alonso und Ferrari ab Saisonende getrennte Wege beschreiten werden.

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