Neue Fortschritte bei Therapien für Querschnittsgelähmte

12. April 2014, 17:26
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Implantat sendet elektrische Impulse ins Rückenmark - Patienten konnten im Test ihr eigenes Körpergewicht targen

Paris - Auf dem Weg zu einer Heilung für querschnittsgelähmte Menschen haben US-Forscher mit elektrischen Impulsen weitere Fortschritte erzielt. Es gelang den Wissenschaftern Patienten dank von einem Implantat ausgesandten elektrischen Signalen, ihre Knie zu beugen und Hüften und Zehen zu bewegen, wie es in einer in der britischen Fachzeitschrift "Brain" veröffentlichten Studie hieß.

Wichtige Vorstufe

Gehen konnten die Patienten zwar nicht, wohl aber einen Teil ihres Körpergewichts selbst halten, was eine wichtige Vorstufe ist. Bei der Methode sendet ein Implantat elektrische Signale an Nervenbündel im Rückenmark im unteren Teil der Wirbelsäule der Patienten aus, um diese zu stimulieren. Damit werden die vom Gehirn ausgesandten Nervensignale ersetzt, die normalerweise die Bewegungen der Beine steuern, nach einer Rückenmarkverletzung aber nicht mehr ankommen. Bereits vor drei Jahren war die Technologie an einem US-Patienten getestet worden. Anschließend wurden Versuche mit drei weiteren Patienten vorgenommen, die alle nach Verkehrsunfällen querschnittsgelähmt waren.

"Es ist bahnbrechend für das gesamte (Forschungs-)Feld und eröffnet neue Perspektiven, dass das Rückenmark auch nach einer schweren Verletzung ein großes Potenzial für eine funktionale Erholung hat", erklärte Studienautorin Claudia Angeli vom Zentrum für Rückenmarkverletzungen der Universität Louisville im US-Bundesstaat Kentucky.

Hoffnungsschimmer

Die Wissenschafterin Susan Harkema, die an der ersten Studie vor drei Jahren beteiligt war, sprach von einer "grundlegend neuen Interventionsstrategie", die bewusste Bewegungen von Patienten auch Jahre nach einem Unfall ermöglichen könne. "Damit wird die Überzeugung infrage gestellt, dass es keine Genesung gibt und dass eine vollständige Querschnittslähmung dauerhaft ist." In der Forschung lag der Schwerpunkt bisher darauf zu versuchen, die unterbrochenen Nervenbahnen bei Querschnittsgelähmten durch Operationen wieder zu reparieren oder etwa über Stammzellen neue Nervenzellen zu züchten. (APA/red, derStandard.at, 12.04.2014)

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