Ohne Schönheit ist das alles nichts!

8. April 2014, 17:25
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Die Produktion "We are so young" widmet sich dem Thema Schönheit in unserer heutigen Gesellschaft

Der Wunsch, für immer jung zu sein, ist alt. Heute leben wir in einer Gesellschaft, in der viele Menschen bereit sind, sich operativ einem zeitgenössischen Schönheitsideal anzugleichen. Die in Kooperation mit dem Vorarlberg-Museum entstandene Produktion "We are so young" des Landestheaters widmet sich in absurd-komischer Manier dieser Thematik.

In dem Jugendtheaterstück des Regisseurs Simon Windisch, das in Bregenz Uraufführung feierte, werden provokante Behauptungen aufgestellt. Auf einer als Laufsteg konzipierten Bühne schildert der in seiner Erscheinung an den Modezar Karl Lagerfeld erinnernde Instruktor (Martin Brachvogel) in sechs Kapiteln die Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Mädchens (Nadja Brachvogel). Ihr ganzes Leben wurde von ihm darauf aufgebaut, auf dem Ball der Nächte den Mann fürs Leben zu finden. Ausgerechnet an jenem Abend vereitelt ein Pickel ihr Lebensglück. Um das traurige Mädchen, mit dem nun niemand mehr tanzen will, zu trösten, verspricht er ihr alle erdenklichen Schönheitsoperationen. Die Zehen soll sie gestrafft bekommen, so, dass sie diese nicht mehr bewegen kann, den Bauch so flach, dass man die Wirbelsäule sieht. Ein Theaterstück, angesiedelt im Barock, das so überzogen absurd-komisch ist, dass es nicht belehrend wirkt und dennoch zum Nachdenken anregt. (niwe, DER STANDARD, 9.4.2014)

  • Nadja Brachvogel und Martin Brachvogel in "We are so young".
    foto: anja köhler

    Nadja Brachvogel und Martin Brachvogel in "We are so young".

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