Absolventengehälter im Vergleich

8. April 2014, 15:00
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Wer nach dem Studium in der Schweiz oder in Deutschland ins Berufsleben startet, verdient deutlich mehr als in Österreich, so eine aktuelle Studie zur Absolventenvergütung

In der Schweiz müsste man arbeiten. Dort können sich Hochschulabsolventen über ein Einstiegsgehalt von 72.000 Euro im Median freuen. In Österreich verdienen Hochschulabgänger mit Masterabschluss vergleichsweise magere 38.400 Euro, in Deutschland 44.200 Euro - immerhin 15 Prozent mehr. Für die Studie "Absolventenvergütung 2014. Deutschland, Österreich und Schweiz" hat das Beratungsunternehmen Kienbaum 203 Firmen in Österreich und insgesamt 656 Unternehmen in der DACH-Region befragt.

Die großen Unterschiede beim Einstiegsgehalt seien primär auf die allgemeinen Gehaltsunterschiede und die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten in den drei verglichenen Ländern zurückzuführen, so Julia Zmitko, Vergütungsexpertin bei Kienbaum. Zudem erhalten 30 Prozent der österreichischen Jobeinsteiger mit akademischem Abschluss einen Bonus, heißt es weiter. Und für ein Viertel der österreichischen Unternehmen ist es üblich, eine betriebliche Altersvorsorge zu zahlen. Dazu kommt häufig ein Diensthandy (22 Prozent der Einsteiger bekommen ein solches) und neun Prozent fahren nach dem Jobeinstieg ein Dienstauto.

Attraktivität als Firma erhöhen

"Um Nachwuchskräfte zu gewinnen, müssen die Unternehmen attraktive Einstiegsgehälter bieten. Dies wird gerade wegen der demographischen Entwicklung und des War for Talent immer wichtiger. Deshalb gewinnen auch Zusatzzahlungen wie Boni oder attraktive Nebenleistungen immer mehr an Bedeutung. Sie erhöhen die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen und motivieren die Belegschaft, die Geschäftsziele zu erreichen", so Zmitko weiter.

Die Bestverdiener unter den Einsteigern, so die Studie, sind im Bereich Forschung & Entwicklung zu finden. In Österreich zahlen Unternehmen für Berufseinsteigern in oben genannten Abteilungen mit durchschnittlich 43.000 Euro das höchste Gehalt. Gefolgt von den IT-Abteilungen (durchschnittlich 42.300 Euro) und dem Finanzbereich (durchschnittlich 40.800 Euro). Am unteren Ende der Einstiegsgehälter stehen die Kundenbetreuer mit 33.400 Euro im Durschschnitt.

Doktortitel wird honoriert

Auch promovierte Absolventen können mit deutlich höheren Einstiegsgehältern rechnen, heißt es weiter. Mit einem Doktortitel steigt man laut Studie in einem österreichischen Unternehmen mit durchschnittlich 45.900 Euro ein. Im Vergleich können Bachelor-Absolventen von Universitäten mit durchschnittlich 33.900 Einstiegsgehalt rechnen. Mit Master sind es 39.700 Euro - der FH-Master wird in der Studie mit durchschnittlich 38.500 Euro beim Berufseinstieg angegeben.

In der Chemie- und Pharmabranche verdient man laut Studie am besten: 41.500 Euro beim Jobeinstieg. Gefolgt von Beratungsunternehmen (41.100 Euro). Am wenigsten gezahlt werden in der Textil- und Medienbranche - nämlich 36.800 bzw. 35.200 Euro im Schnitt pro Jahr. Techniker, Naturwissenschafter, Mathematiker und Informatiker sind auch laut dieser Studie die Bestverdiener: 42.100 Euro für den Einsteiger bzw. für die Einsteigerin aus der Technik, gefolgt von den Naturwissenschaftern mit 40.900 Euro im Schnitt. Mathematikern und Informatikern werden durchschnittlich 40.800 Euro angeboten.

Am Ende der Gehaltsliste stehen Berufseinsteiger mit einem geisteswissenschaftlichem Studium (35.600 Euro) und Absolventen in Kunst und Design mit durchschnittlich 34.000 Euro. (Heidi Aichinger, derStandard.at, 8.4.2014)

  • Als Techniker und Naturwissenschafter hat man die besten Aussichten auf ein gutes Einstiegsgehalt. Auch ein Doktortitel zahlt sich aus. Am meisten steht in der Chemie- und Pharmabranche auf dem Lohnzettel.
    foto: www.istockphoto.com / hocus-fokus

    Als Techniker und Naturwissenschafter hat man die besten Aussichten auf ein gutes Einstiegsgehalt. Auch ein Doktortitel zahlt sich aus. Am meisten steht in der Chemie- und Pharmabranche auf dem Lohnzettel.

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