OMV-Chef: "Kuh melken statt schlachten"

8. April 2014, 18:49
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Für die Öl-und Gas-Förderung muss die OMV künftig tiefer in die Tasche greifen, eine Idee, die OMV-Chef Roiss nicht überzeugt

Wien - Für die Förderung von Öl und Gas muss die österreichische OMV künftig tiefer in die Tasche greifen. Die Abgaben an den österreichischen Staat werden rückwirkend zum Jahresbeginn um 37 Millionen Euro angehoben. Die OMV ließ kürzlich ausrichten, dass der Konzern im Vorjahr für die Förderung von Öl und Gas insgesamt 140 Millionen Euro an den Staat abgeliefert habe. 

Bei einem Pressegespräch im Weinviertel wurde OMV-Chef Roiss noch deutlicher: Die von der Regierung geplante (und mittlerweile offenbar tatsächlich umgesetzte) Erhöhung des Förderzinses werfe die Kalkulation für Investitionen in Höhe von insgesamt 400 Millionen Euro über den Haufen, die die OMV für dieses und das kommende Jahr in der Region Weinviertel/Marchfeld geplant habe. "Das ist ein rückwirkender Eingriff in bestehende Investitionen", kritisierte Gerhard Roiss.

Steigende Belastung

Für die OMV steigt damit die finanzielle Belastung von derzeit 140 Millionen Euro pro Jahr auf 177 Millionen Euro, "und zwar rückwirkend ab 1. Jänner", sagte Roiss. Das sei nicht nur ein Schaden für die OMV, sondern auch ein Image-Schaden für den Wirtschaftsstandort Österreich. "Das ist eine Politik, die ich nicht gutheißen kann", sagte Roiss. "Wir investieren im Land, brauchen aber stabile Rahmenbedingungen, um das vor unseren Investoren zu rechtfertigen."

Insgesamt habe sich der Förderzins seit dem Jahr 2005 um 600 Prozent erhöht, rechnete Roiss vor. Während andere Länder Anreize setzen würden, um auch die Öl- und Gasförderung reiferer Felder zu ermöglichen, gehe Österreich den entgegengesetzten Weg. "Das Land braucht eine langfristige Orientierung und nicht eine kurzfristige, um Budgetlöcher zu stopfen", es wäre klüger, die "Kuh zu melken statt sie zu schlachten". (APA/red, derStandard.at, 8.4.2014)

  • Der Staat hat auf der Suche nach Geld immer wieder kreative Ideen. Nicht alle kommen gut an.
    foto: apa/pfarrhofer

    Der Staat hat auf der Suche nach Geld immer wieder kreative Ideen. Nicht alle kommen gut an.

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