Indische Küche: Baumflechten, Milchbälle, saure Currys

Ansichtssache13. April 2014, 15:00
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Indien hat keine Küche, es ist eine. Kochen und essen ist hier eine sehr öffentliche Angelegenheit, zumindest in den Städten. Auf den Hauptstraßen stehen die Händler mit ihren Fladen, Currys und Süßigkeiten, in den kleineren Gassen dahinter sind nochmals drei Mal so viele Menschen damit beschäftigt, die Waren vor- und zuzubereiten.

Gehen Sie einmal um den Block und Sie werden an vier Frittierern und drei Teigausrollern vorbei kommen, fünf Obsthändlern zwei Teekochern, einem Zwiebelschneider und wahlweise einem Milch-Einkocher oder Paneer-Macher. Ein Gutteil all der vielen Tätigkeiten, die mit Nahrung zu tun haben, findet hier auf der Straße statt, bis hin zum unweigerlichen Abschluss der Nahrungskette.

2,5 Milliarden Menschen essen laut Uno täglich Streetfood. Für die allermeisten ist das eine Kostenfrage - sie haben entweder keine eigene Küche, oder es ist schlicht günstiger, als wenn sie selbst kochen. Auf einer indischen Straße wird man für 20 Cent relativ satt, das ist selbst für hiesige Verhältnisse ziemlich billig. Auf der anderen Seite beschäftigt die Streetfood-Industrie Millionen von Menschen: In den großen Städten sind es oft Einwanderer aus bestimmten Dörfern, die sich auf ein bestimmtes Essen spezialisieren. Sie schlafen auf und unter ihren Ständen, alle paar Wochen fahren sie nach Hause, um Geld zu bringen.

"Beiß in die Welt, und hoffe, dass sie nicht zurück beißt", hat dieser professionelle Straßenesser einmal geschrieben. Hier ein paar Eindrücke von meinen vergangenen Bissen.

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foto: tobias müller

Die Chinesen mögen unerreicht darin sein, alles zu essen, die Inder schaffen es dafür, mit wirklich allem (und alles) zu würzen. Sanjeev Kapoor nennt in seinem schönen Buch Kreuzkümmel, Koriandersamen, Kurkuma, Senfkörner, Kardamom und Garam Masala als Grundstock einer guten Gewürzbox...

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