Everyday Rebellion: Wie man den Bösen ein Preisschild umhängt

Blog mit Video8. April 2014, 18:34
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Die Filmemacher Arash und Arman T. Riahi holen sich Anleitungen vom Revolutionsexperten Srdja Popovic, der Milosevic mitgestürzt hat

"Gewaltlose Taktiken sind nicht nur ethisch überlegen, sondern auch wirksamer. Und Ghandi hat nicht gewonnen, weil er Buddhist war, sondern ein guter Stratege". Davon ist Srdja Popovic, einer der Hauptfiguren unseres kürzlich angelaufenen Dokumentarfilms "Everyday Rebellion" überzeugt.

In dem Video, das 2012 auf der "Humanity in Action"-Konferenz in Kopenhagen aufgenommen wurde, spricht Popovic darüber, wie man staatliche Gewalttäter mit einem Preisschild versehen kann und wie man durch eine ausgeklügelte Vorbereitung seiner MitstreiterInnen aus einfachen Protestlern perfekt vorbereitete AktivistInnen mit Verantwortung für die Sache machen kann.

Srdja Popovic ist Mitbegründer und Schlüsselfigur der Serbischen Widerstandsbewegung "Otpor!", die maßgeblich am gewaltfreien Umsturz von Slobodan Milosevic im Jahr 2000 beteiligt war. Nach der Revolution war der Aktivist drei Jahre lang Mitglied der Serbischen Nationalversammlung, bis er 2003 die bekannte Organisation CANVAS (Centre for Applied Nonviolent Actions and Strategies) gründete.

Mit dem Aufbau von strategischem Wissen und Tipps zu gewaltlosem Widerstand in der Form von Büchern und Workshops, unterstützen Popovic und CANVAS weltweit gewaltfreie Demokratiebewegungen. Mit seiner Organisation beriet er gewaltfreie Revolutionsbewegungen des Arabischen Frühlings wie etwa die Bewegung des 6. April in Ägypten. Das Handbuch der Organisation "Nonviolent Struggle, 50 Crucial Points" wurde in 16 Sprachen übersetzt und während der Proteste 2009 im Iran über 17.000 Mal heruntergeladen. Vom US-Politik-Magazin "Foreign Policy" wurde Srdja Popovic 2011 unter die 100 einflussreichsten Denker weltweit eingereiht.

Immer wieder wird Popovic auch dafür kritisiert, dass er seine Vorträge für Regierungsorganisationen und Organisationen von der Gegenseite hält. Er entgegnet darauf, dass er genau diese Gruppen überzeugen will, weniger auf Gewalt zu setzen, denn nur wenn die Gewaltlosigkeit in den Mainstream kommt, wird sie auch global wirksam. Und dazu muss man eben auch die Gewaltbereiten überzeugen, auch wenn sie manchmal von der Gegenseite sind. (Arash und Arman T. Riahi, derStandard.at, 8.4.2014)

Der Dokumentarfilm "Everyday Rebellion" läuft derzeit in den österreichischen Kinos.

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  • Was haben "Occupy", die spanischen "Indignados" und der "Arabische Frühling" gemeinsam? Was verbindet die Demokratiebewegung im Iran mit dem Kampf in Syrien? Everyday Rebellion, derzeit im Kino, ist ein Dokumentarfilm und Crossmedia-Projekt, das den zivilen Ungehorsam feiert und die Kraft und Vielfalt der kreativen, gewaltlosen Protestmethoden weltweit miteinander in Verbindung setzt.
Bild: Während der Occupy Wall Street Bewegung im Zuccoti Park New York.
    foto: everydayrebellion.net

    Was haben "Occupy", die spanischen "Indignados" und der "Arabische Frühling" gemeinsam? Was verbindet die Demokratiebewegung im Iran mit dem Kampf in Syrien? Everyday Rebellion, derzeit im Kino, ist ein Dokumentarfilm und Crossmedia-Projekt, das den zivilen Ungehorsam feiert und die Kraft und Vielfalt der kreativen, gewaltlosen Protestmethoden weltweit miteinander in Verbindung setzt.

    Bild: Während der Occupy Wall Street Bewegung im Zuccoti Park New York.

  • Die iranischen Filmemacher und Brüder Arash T. Riahi und Arman T. Riahi sind aufgrund der Tatsache, aus einer politisch verfolgten Familie zu stammen, mit der Idee des politischen und gewaltlosen Widerstands vertraut. Für ihr erstes gemeinsames Projekt "Everyday Rebellion" haben sie eine Plattform aufgebaut, die als permanent wachsende Inspirationsquelle dienen soll. Auf derStandard.at veröffentlichen sie ausgesuchte Videos und Hintergrundinfos zu gewaltlosen Protest-Aktionen.
    foto: nela märki

    Die iranischen Filmemacher und Brüder Arash T. Riahi und Arman T. Riahi sind aufgrund der Tatsache, aus einer politisch verfolgten Familie zu stammen, mit der Idee des politischen und gewaltlosen Widerstands vertraut. Für ihr erstes gemeinsames Projekt "Everyday Rebellion" haben sie eine Plattform aufgebaut, die als permanent wachsende Inspirationsquelle dienen soll. Auf derStandard.at veröffentlichen sie ausgesuchte Videos und Hintergrundinfos zu gewaltlosen Protest-Aktionen.

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