Verhandlungen um Transnistrien durch Krim-Krise blockiert

8. April 2014, 07:27
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Moskau will Separatisten gegen "Aggression" schützen - Moldaus Präsident ruft zu "erhöhter Wachsamkeit" auf

Tiraspol/Moskau - Die im Zuge des Krim-Konflikts aufgeflammte Krise um die von der Republik Moldau (Moldawien) abtrünnige Region Transnistrien hat sich nach Darstellung der russischen Zeitung "Kommersant" zugespitzt. Die für den 10. und 11. April angesetzten Verhandlungen über eine Lösung des Streits mit Chisinau und Kiew seien gescheitert, schrieb das Blatt am Montag laut der Nachrichtenagentur RIA Novosti.

Die Behörden des mehrheitlich von Russen und Ukrainern bewohnten Transnistrien (Pridnestrowje) wollen demnach nicht an den geplanten Verhandlungen teilnehmen. Sie werfen der moldauischen Regierung Sanktionen und der Ukraine eine Blockade vor. Inspiriert vom Beispiel der Krim will Transnistrien eine endgültige Trennung von Chisinau und eine Aufnahme in die Russische Föderation.

Moskau äußerte inzwischen die Bereitschaft, Gewalt gegen die "Widersacher" von Transnistrien anzuwenden und "jeden Aggressor zum Frieden zu zwingen".

Armee in Bereitschaft

Der Präsident der Ex-Sowjetrepublik Moldawien, Nicolae Timofti, rief unterdessen die Armee angesichts der angespannten Lage in der benachbarten Ukraine zu "erhöhter Wachsamkeit" auf. Das teilte Verteidigungsminister Valeriu Troenco laut RIA Novosti am Montag nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates in der Hauptstadt Chisinau mit.

"Die Entwicklung in der Ukraine macht die Lage in der gesamten Region brisant. Provokationen sind nicht ausgeschlossen. Deshalb soll die nationale Armee darauf gefasst sein", forderte der Präsident. "Wir müssen die Unterzeichnung eines Vertrages mit der EU abschließen und auf diverse Provokationen gefasst sein, mit denen wir auf diesem Weg konfrontiert sein könnten. Aber ich hoffe darauf, dass es keine außerordentlichen Situationen gibt", sagte Timofti.

Transnistrien, ein hauptsächlich östlich des Flusses Dnjestr gelegenes Gebiet, ist seit 1992 durch Sezession von der Ex-Sowjetrepublik Moldawien mit russischer Unterstützung de facto unabhängig. Es wird aber völkerrechtlich als Teil der Republik Moldau betrachtet. (APA, 8.4.2014)

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