Ford und Mazda rufen in USA Autos zurück

8. April 2014, 09:42
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Mehr Rückrufe: Rostanfällige Karosserien und defekte Sitze bei Ford, Spinnen im Tank bei Mazda - Knapp 500.000 Fahrzeuge müssen in die Werkstatt

Dearborn/Washington - In den USA werden einmal mehr knapp 500.000 Autos in die Werkstatt zurück gerufen. Mazda ruft in Nordamerika Modelle der Mittelklasse-Limousine Mazda 6 bereits zum zweiten Mal wegen Spinnen zurück. Nach Angaben der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA vom Montag sind 42.000 Autos der Modelljahre 2010 bis 2012 betroffen, die mit einem 2,5-Liter-Motor ausgestattet sind.

Eine bestimmte Spinnenart webt ihre Netze gerne in einer Entlüftungsleitung des Mazda 6. Das kann zu Unterdruck führen, wodurch wiederum Risse im Tank entstehen und Sprit austreten kann. Eigentlich sollte eine Feder die Tiere vom Hineinkrabbeln abhalten. Mazda hatte die Komponente bei einem Rückruf vor drei Jahren nachgerüstet und neuere Wagen ab Werk damit ausgestattet. In mindestens neun Fällen fanden die Tiere trotzdem einen Weg hinein. Mazda ist nach eigenen Angaben jedoch kein Fall bekannt, in dem auslaufendes Benzin ein Feuer auslöste.

Ford ruft auch zurück

Der zweitgrößte US-Autobauer Ford ruft wegen rostanfälliger Karosserien und fehlerhafter Sitze mehr als 434.000 Fahrzeuge auf dem nordamerikanischen Markt in die Werkstätten. Von rostenden Rahmenteilen sind den Angaben zufolge insgesamt 385.762 Geländewagen der Marke Ford Escape aus den Jahren 2001 bis 2004 betroffen. Das Problem könne die Lenkung der Fahrzeuge beeinträchtigen und sei mit einem Unfall in Verbindung gebracht worden.

Außerdem muss der Konzern nach eigenen Angaben 48.950 Autos der Marken Ford Fusion, Ford Escape, Lincoln MKZ und C-Max aus den Jahren 2013 und 2014 zurückrufen. Bei den betroffenen Fahrzeugen seien die Sitzrahmen nicht ordnungsgemäß verschweißt worden, hieß es. In Verbindung mit dem Fehler sei kein Unfall bekannt. 

Steigende Zahl an Rückrufen

In den vergangenen Jahren stieg die Zahl an Automobil-Rückrufen kontinuierlich an. Allein in den USA erhöhte sich die Zahl der in die Werkstätten zurückbeorderten Pkw und leichten Nutzfahrzeuge im abgelaufenen Jahr um ein Drittel auf über 20,5 Millionen Wagen, wie das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach in einer Studie feststellt. Der Trend gelte jedoch weltweit, da die Produktion global vernetzt sei.

Negativ-Spitzenreiter war der Untersuchung zufolge der aufstrebende koreanische Hyundai/Kia-Konzern mit einer Rückrufquote von 263 Prozent. Die beiden Marken mussten in den USA wegen Mängeln an Bremslichtern rund 2,7 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten rufen. Weitere 600.000 waren der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA wegen Sicherheitsmängeln, darunter an den Airbags, aufgefallen. Dicht dahinter folgte der jüngst fusionierte Fiat- Chrysler-Konzern mit einer an den Neuzulassungen gemessenen Rückrufquote von 258 Prozent. Der in früheren Jahren bereits durch viele Rückrufe aufgefallene Weltmarktführer Toyota kam mit 237 Prozent ebenfalls auf eine hohe Mängelquote. Werte über 100 Prozent kommen dadurch zustande, dass auch Modelle zurückliegender Jahre betroffen waren.

Weit über dem Durchschnitt lag auch BMW mit einer Mängelquote von 233 (Vorjahr 160) Prozent. Die Münchner Oberklassemarke musste in den USA 870.000 Pkw wegen Problemen mit der Stromversorgung in den Werkstätten überprüfen lassen. Dagegen waren die beiden US-Autobauer GM (28 Prozent) und Ford (48 Prozent) deutlich weniger anfällig. Während Volkswagen inklusive der Töchter Audi und Porsche einen Anstieg auf zwölf (Vorjahr drei) Prozent verzeichnete, markierte Daimler mit 0,2 (Vorjahr sechs) Prozent den niedrigsten Wert der Branche. Nicht mitgerechnet hat Bratzel allerdings den mit 2,6 Millionen Fahrzeugen zu den größten in der Konzerngeschichte von VW zählenden Rückruf, weil in den USA davon keine Autos betroffen waren. (Reuters/red, derStandard.at, 7.4.2014)

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    foto: ap/lennart preiss
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