Optimismus im Iran vor der nächsten Gesprächsrunde

7. April 2014, 18:16
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Präsident Hassan Rohani dürfte seinen Kurs fortsetzen können

Im Iran war die Stimmung vor der neuen Atom-Verhandlungsrunde in Wien ausgesprochen optimistisch. Hinter vorgehaltener Hand wird die Ansicht geäußert, dass bei einem geringen Entgegenkommen des Westens Teheran in fast allen Bereichen mit sich reden lässt. Allerdings wird auch diskutiert, welchen Einfluss die neue Krise zwischen dem Westen und Russland auf die Gespräche haben könnte. Wie Russland sich innerhalb der P5+1 (Uno-Vetomächte plus Deutschland) in Zukunft positioniert, ist ein Fragezeichen. Sicher ist, dass der Iran und Russland einen Ausbau ihrer wirtschaftlichen Beziehungen planen.

Innenpolitisch hat Präsident Hassan Rohani seine Position gefestigt. In den Reden des religiösen Führers wurde in letzter Zeit die Regierung nicht kritisiert. Umso mehr kritisiert Rohani die alte Regierung, die er für fast alle existierenden Probleme verantwortlich macht. Dass ihm niemand aus der alten Riege darauf antwortet, ist für politische Beobachter ein Zeichen, dass Rohani im Einklang mit dem religiösen Führer seinen Kurs weiter fortsetzen kann. Sollten die Atom-Verhandlungen in eine Sackgasse führen, dürfte sich das aber sehr schnell ändern. (Amir Loghmany aus Teheran, DER STANDARD, 8.4.2014)

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