Fondsindustrie wirbt für sich selbst

7. April 2014, 17:35
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Am 19. April ist Weltfondstag, die Fondsgesellschaften haben auch einen Wunsch: Weniger Steuern für längere Behaltefristen

Wien - Als Vater des Investmentfonds gilt der niederländische Kaufmann Adriaan van Ketwich, der am 19. April 1744 geboren wurden. 1774 brachte er das allererste Gemeinschaftsvermögen namens "Eintracht macht stark" auf den Weg. Daher wird der Weltfondstag veranstaltet.

Dieses Jahr fällt er auf den 19. April. Gedacht ist er als Informationstag zum Thema Veranlagen mit Investmentfonds. Da er heuer auf den Karsamstag fällt, wurden schon in den Wochen davor die Vorteile von Fonds als Anlageinstrument und verschiedene verkaufsfördernde Maßnahmen gestartet. So werden zwischen dem 7. und dem 17. April insgesamt 86 Radiospots in den diversen Radiosendern österreichweit ausgestrahlt. Die ausländischen Investmentgesellschaften gehen vom 8. bis 10. April auf Roadshow durch Österreich und werden dabei auf das breit gefächerte Angebot aufmerksam machen und die Entwicklung an den Finanzmärkten interpretieren.

Weniger Steuern

In Vorfeld gibt es allerdings auch Wünsche - oder besser gesagt wohl Forderungen: Die In- und ausländischen Investmentfondsgesellschaften wollen von der Politik, dass bei längerer Behaltedauer die Besteuerung der Fondserträge verringert wird oder gänzlich wegfällt. Dies sollte ab einer Behaltefrist von fünf Jahren der Fall sein. "Fondsanleger sind in der Regel keine Zocker", so Vertreter der Fonds.

Investmentfonds seien ein wesentlicher Bestandteil der privaten Pensionsvorsorge, durch die der Staat bei der Altersvorsorge entlastet werde, begründen Heinz Bednar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) und Berndt May, Präsident der Vereinigung Ausländischer Investmentfondsgesellschaften in Österreich (VAIÖ) ihren Vorstoß in einer gemeinsamen Presseaussendung. Im Angebotssortiment der Banken und Versicherungen - etwa bei der fondsgebundenen Lebensversicherung - seien Investmentfonds bereits ein fixer Bestandteil.

Die beiden Fondsvertreter sehen noch erhebliches Absatzpotenzial für ihre Geldanlageprodukte. Unterstützen sollten dabei neben dem steigenden Vorsorgebedarf der privaten Investoren auch die aktuell niedrigen Sparzinsen, ein insgesamt hohes Geldvermögen und die wieder gut laufenden Kapitalmärkte.

Leichte Steigerung

Im Vorjahr ist das Fondsvolumen in Österreich nur leicht von 144,4 auf 145,3 Mrd. Euro gestiegen, während europaweit die Fondsindustrie deutlich stärker um 9,4 Prozent auf rund 9,8 Billionen Euro zulegen konnte. Weltweit stieg das Fondsvolumen um 1,8 Prozent auf rund 23,8 Billionen Euro. Per Ende Februar ist das österreichweit in Fonds veranlagte Volumen wieder auf 147,4 Mrd. Euro gestiegen. Dabei habe sich der Trend zu Aktienfonds fortgesetzt.

Renditemäßig haben sich Fondsveranlagungen im letzten Jahr verglichen mit einem risikolosen Sparbuch ausgezahlt, betonten die Fondsvertreter. Wer beispielsweise vor einem Jahr 10.000 Euro in einen gemischten Fonds mit ausgewogener Aktien-Anleihen Struktur investiert hat, konnte sein Kapital auf 10.752 Euro steigern, während man am Sparbuch lediglich auf 10.053 Euro (jeweils vor Gebühren und KESt) kam.

Betont wird auch, dass es sich beim Fondsvermögen um Sondervermögen handelt, das im Eigentum der Anleger bleibe, womit die Investmentfonds absolut konkurssicher seien. Im Gegensatz zur Einlagensicherung sei die Höhe dieses Volumens nicht begrenzt. (APA/red, derStandard.at, 7.4.2014)

  • Renditemäßig hat sich das Fondssparen im letzten Jahr nicht so richtig ausgezahlt: Verglichen mit einem risikolosen Sparbuch, also mäßig fielen die Erträge aus.
    foto: ap/bredel

    Renditemäßig hat sich das Fondssparen im letzten Jahr nicht so richtig ausgezahlt: Verglichen mit einem risikolosen Sparbuch, also mäßig fielen die Erträge aus.

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