Investitionen in grüne Technologien stocken

7. April 2014, 17:14
14 Postings

Der Ausbau der erneuerbaren Energien leidet weltweit unter Investitionsrückgängen, Grund ist der Preisverfall in der Solarbranche

Frankfurt am Main - Der Ausbau der erneuerbaren Energien leidet einer Untersuchung zufolge weltweit unter Investitionsrückgängen. Nach einem am Montag in Frankfurt vorgelegten Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP und der Frankfurt School of Finance & Management nahm das Investitionsvolumen 2013 um 14 Prozent auf 214 Milliarden Dollar (156,2 Mrd. Euro) ab. Nach zweistelligen Wachstumsraten auf zuletzt 279 Mrd. Dollar im Jahr 2011 ist dies der zweite Rückgang. Bereits 2012 war das Volumen um 12 Prozent gesunken.

Ein Grund dafür sei der Preisverfall in der Solarbranche, erklärte Professor Ulf Moslener vom UNEP-Kooperationszentrum an der Frankfurt School. Im Bereich Solar gab es einen Einbruch um 23 Prozent. Erstmals ist China Spitzenreiter beim Ausbau der grünen Technologien. Das Volumen dort sank zwar um sechs Prozent auf 56 Mrd. Dollar, lag damit aber vor Europa (48 Mrd.) und den USA (36 Mrd.).

Weniger Geld

Zugleich floss auch in Entwicklungs- und Schwellenländern weniger Geld in die erneuerbaren Energien. Zuvor hatte es in diesen Ländern neun Jahre lang einen Aufwärtstrend gegeben. Schuld an dem Rückgang sei in dem Fall aber im wesentlichen der Umstand, dass die Herstellung der Technologien weniger Kosten verursache. "Wenn die Technologien billiger werden, sinken auch die Kosten für die Projekte", sagte Moslener.

Der Anteil erneuerbarer Energie an der weltweiten Stromerzeugung ist einer Studie zufolge im vergangenen Jahr auf 8,5 Prozent gestiegen. 2012 habe der Anteil noch bei 7,8 Prozent gelegen, hieß es in der am Montag veröffentlichten Untersuchung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UN) und von Bloomberg New Energy Finance. "Die Tatsache, dass erneuerbare Energie weltweit einen größeren Marktanteil an der Stromerzeugung gewinnen, ist ermutigend", sagte Direktor des UN-Umweltprogramms, Achim Steiner.

Diskussion um Steuer

Hierzulande wird indes die Frage diskutiert, ob selbsterzeugter und verbrauchter Solarstrom versteuert werden muss. Die Energiereferenten der Bundesländer haben sich am Montag einstimmig gegen einen entsprechenden Erlass des Bundes ausgesprochen.

Anlass ist ein aktueller Erlass des Finanzministeriums, der sich auf die Elektrizitätsabgabe aus dem Jahr 1996 bezieht, wonach alle Besitzer von Solarstromanlagen ab einem Eigenverbrauch von 5.000 Kilowattstunden (kWh) im Grunde nach steuerpflichtig sind. Konkret sind laut aktuellem Erlass ab dieser Menge 1,5 Cent pro Kilowattstunde zu bezahlen. Die Energiereferenten fordern den Bund auf, die Bestimmungen so zu ändern, dass der Eigenverbrauch aus Solaranlagen nicht mehr besteuert wird. (Reuters/red, derStandard.at, 7.4.2014)

  • Der Preisverfall in der Solarbranche hat Folgen.
    foto: reuters

    Der Preisverfall in der Solarbranche hat Folgen.

Share if you care.