Grabstein von Heinrich Heines Vater in Hamburg wiederentdeckt

7. April 2014, 16:56
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Stele war nur aus historischen Abbildungen bekannt und galt seit NS-Zeit als verloren

Hamburg - Auf dem Jüdischen Friedhof Altona in Hamburg ist der Grabstein von Samson Heine, Vater des Dichters Heinrich Heine, wiederentdeckt worden. Die bisher nur aus historischen Abbildungen bekannte Stele galt nach den Schändungen und Zerstörungen des Friedhofs in der NS-Zeit als verloren, teilte die Kulturbehörde mit. Bei aktuellen Forschungsarbeiten wurde sie nun neben anderen Grabsteinen unter einer Grasnarbe wiedergefunden.

"Die Grabstele des Vaters von Heinrich Heine ist ein historischer Fund und unterstreicht erneut die Bedeutung des Jüdischen Friedhofes in Altona", sagte Kultursenatorin Barbara Kisseler. Samson Heine (1764-1828), Tuchhändler aus Düsseldorf, verbrachte seine letzten Lebensjahre in Hamburg und wurde 1828 auf dem Jüdischen Friedhof Altona beigesetzt. Sein Sohn Heinrich Heine (1797-1856) machte bei seinem Onkel Salomon Heine in Hamburg eine Banklehre und lernte hier später seinen Verleger Julius Campe kennen.

Der Jüdische Friedhof wurde 1611 angelegt und bis zur Schließung 1869 von den jüdischen Gemeinden Altonas und Hamburgs belegt. Er stellt eines der bedeutenden Dokumente des jüdischen Lebens in Hamburg dar und ist wegen seiner Größe und des guten Erhaltungszustandes von Hamburg als Kandidat für das UNESCO-Weltkulturerbe nominiert worden. (APA/red, derStandard.at, 7.4.2014)

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