UEFA ermittelt gegen Paris St. Germain

7. April 2014, 13:52
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PSG erster europäischer Großklub, der wegen Verstoßes gegen Financial Fair Play im Fadenkreuz der Fahnder steht

Paris - Die UEFA macht Ernst: Als erster wirklich bedeutender europäischer Großverein ist Paris St. Germain ins Fadenkreuz der Fahnder der Europäischen Fußball-Union geraten. Schon zweimal mussten Vertreter des Vereins in den letzten Monaten am UEFA-Sitz in Nyon antreten, um einen unglaublichen Sponsoren-Vertrag zu rechtfertigen.

Bayern Münchens Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge, gleichzeitig Chef der europäischen Klub-Vereinigung ECA, hatte das Vorgehen des französischen Hauptstadtklubs bereits häufiger als "unfair" angegriffen. Ein erstes Urteil wird Ende des Monats erwartet. Aber wie immer gibt es eine Berufungsinstanz.

QTA, das Touristen-Werbebüro für Katar, überweist jährlich 200 Millionen Euro an die Franzosen, um Werbung dafür zu treiben, Urlaub im Wüstenland zu buchen. Unverhältnismäßig findet dieses die unabhängige UEFA-Kontrollinstanz der Finanzen der Klubs ICFC, die an Champions League oder Europa League teilnehmen. Zum Vergleich: Der Vertrag zwischen Manchester City und Abu Dhabi Tourismus beläuft sich auf 15 Millionen Euro.

Lange Stange Geld, kurzer Vertrag

Der Verdacht liegt nahe, dass Paris mit diesem Sponsoren-Vertrag die 45 Millionen Euro Netto-Schulden, die der Klub in dieser und der nächsten Saison noch machen darf, finanzieren möchte. Nachteilig wirkt sich für Paris aus, dass der Sponsoren-Deal auf nur zwei DIN-A-4-Seiten festgehalten ist. Zumindest ungewöhnlich für einen Kontrakt in dieser Größenordnung.

Jean-Claude Blanc, der Generaldirektor von Paris St. Germain, erklärt seine Verteidigungsstrategie: "Katar will in den nächsten zehn Jahren zu einer Touristen-Attraktion werden. Dazu müssen das Land, seine Möglichkeiten, seine Attraktivität bekannt werden. Dazu trägt Paris St. Germain bei. Deshalb verteidigen wir diesen Vertrag nicht arrogant, sondern aus Überzeugung."

Falls die UEFA trotz dieser Argumente den Vertrag für "unverhältnismäßig" hält, kann sie den Marktwert einer solchen Vereinbarung festsetzen. In diesem Fall wären die Konten des französischen Meisters, der Quatari-Investment gehört, für die der Sohn von UEFA-Präsident Michel Platini, Laurent Platini, als Rechtsanwalt arbeitet, im roten Bereich und Paris müsste mit Sanktionen rechnen. Diese können von einem "Moratorium" bis zu einem Titelentzug reichen.

Ein Moratorium würde bedeuten, dass sich der Verein in den nächsten Jahren einer strikten Kontrolle der UEFA unterwirft, was Transfers und Gehaltsmasse betrifft. Titelentzug würde bedeuten, dass, sollte PSG in diesem Jahr die Champions League gewinnen, der Titel aus allen Jahrbüchern gestrichen würde. Fatal für den Eigentümer Katar. (sid, 7.4.2014)

  • Paris geht jetzt auch in einen Zweikampf mit der UEFA.
    foto: reuters/tessier

    Paris geht jetzt auch in einen Zweikampf mit der UEFA.

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