Deutsche Zeitschriftenverleger erwarten für 2014 stabiles Geschäft

7. April 2014, 13:50
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Erlöse aus In- und Ausland bei rund 14,8 Milliarden Euro erwartet

Berlin - Die deutschen Zeitschriftenverleger setzen trotz sinkender Auflage 2014 auf einen stabilen Umsatz. Die Erlöse aus dem In- und Ausland dürften sich auf rund 14,8 Milliarden Euro belaufen, teilte der Branchenverband VDZ am Montag mit. Einerseits werde der Umsatz aus dem Verkauf der Blätter um 0,5 Prozent sinken und das Anzeigengeschäft trotz eines guten Starts ins Jahr um 1,5 Prozent zurückgehen.

Andererseits dürften die Online-Erlöse um 15 Prozent zulegen und der Umsatz aus dem sonstigen Geschäft - Konferenzen, Büchern und DVDs - um gut sechs Prozent wachsen. Zwei Drittel ihrer Einnahmen beziehen die Verlage allerdings noch immer aus dem traditionellen Print-Segment.

In der Zukunft soll das mobile Geschäft etwa mit Apps für Handys und Tablet-Computern für mehr Schwung sorgen. Noch seien diese Erlöse vergleichsweise gering. "Hier steht der Umsatz noch nicht im Verhältnis zu den Reichweiten", sagte VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer. Man müsse sich weiter darum bemühen, wie man die Leser und Nutzer zur Kasse bitten könne. Die gesamte Medienbranche tüftelt derzeit an Modellen, wie man im Internet und über mobile Dienste mit journalistischen Inhalten Geld verdienen kann.

Werbemarkt

Vom wachsenden Kuchen des Werbemarktes bekommen die Zeitschriften immer weniger ab. Während der Gesamtmarkt 2013 um zwei Prozent zulegte - getrieben von mehr Werbung im Fernsehen, Radio und im Internet -, ging das Anzeigengeschäft bei den Publikumszeitschriften um ein Prozent zurück. Zeitungen büßten sogar fast acht Prozent ein.

Größere Verluste beim Verkauf konnten die Verlage durch Preiserhöhungen und erfolgreiche Neugründungen verhindern. Die Zahl der verschiedenen Publikumszeitschriften stieg auf den Rekordwert von 1.587. Die gesamte Auflage dürfte nach einem Rückgang von 3 Prozent im Vorjahr 2014 insgesamt etwas geringer sinken.

Kopfschmerzen bereitet den Verlegern, dass Dienstleister im Internet anbieten, Werbeanzeigen zu blockieren. Diese "Adblocker" seien geschäftsschädigend, kritisierte Scherzer. "Es geht ja auch keiner an den Kiosk und schnippelt (in Zeitschriften) die Anzeigen raus." (APA, 7.4.2014)

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