Typ-2-Diabetes-Erkrankung der Eltern: Fast dreifaches Risiko für Kinder

7. April 2014, 12:45
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Bevölkerungs-Langzeitstudie mit mehr als 27.000 Teilnehmern: Familiäre Vorbelastung beeinflusst das Diabetes-Risiko relativ stark

Menschen, deren Eltern an Typ-2-Diabetes erkrankt sind, können ein um bis zu 2,9-fach erhöhtes Risiko für diese Krankheit haben. Dies lassen zumindest Ergebnisse der Potsdamer EPIC-Studie annehmen – einer großen Bevölkerungs-Langzeitstudie mit mehr als 27.000 Studienteilnehmern.

Starke familiäre Vorbelastung

Wie die Ergebnisse rund um das Forscherteam von Matthias Schulze und Kristin Mühlenbruch vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) zeigen, beeinflusst eine familiäre Vorbelastung das Diabetes-Risiko relativ stark. Menschen, deren Mutter oder Vater an Typ-2-Diabetes erkrankt ist, haben allein hierdurch ein etwa 1,7-fach erhöhtes Diabetes-Risiko im Vergleich zu Personen mit vergleichbaren Merkmalen, aber ohne familiäre Vorbelastung.

Personen bei denen beide Eltern erkrankt sind, haben sogar ein fast dreifach höheres Risiko. Dies ist mit einem Risikoanstieg vergleichbar, der sich durch das Altern um ca. zehn bzw. 20 Jahre ergibt. Zum Beispiel hätte eine vierzigjährige Person, deren Eltern beide an Typ-2-Diabetes erkrankt sind, in etwa ein so hohes Risiko wie ein sechzigjähriger Mensch, dessen Mutter und Vater nicht an der Krankheit leiden. 

"Selbst wenn man aufgrund einer familiären Vorbelastung ein erhöhtes Risiko für Diabetes hat, heißt dies nicht, dass man unweigerlich an Diabetes erkranken muss", sagt Kristin Mühlenbruch, Erstautorin der Studie. "Denn ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung kann wesentlich dazu beitragen, den Ausbruch der Krankheit zu verzögern oder gar zu verhindern", ergänzt Matthias Schulze, Leiter der Abteilung Molekulare Epidemiologie am DIfE. (red, derStandard.at, 7.4.2014)

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