Gutachter: Bayern kauften Hypo zu teuer

7. April 2014, 11:19
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Wert der Bank wurde mit 2,8 Mrd. Euro und damit 1,5 Mrd. Euro zu hoch angesetzt, Gutachter: Vorstand hätte das sehen müssen

München - Ein Gutachter hat die ehemaligen Vorstände der BayernLB im Prozess um das Debakel mit der Hypo Alpe Adria unter Druck gebracht. Bei der ersten Bewertung der österreichischen Bank sei es im Jahr 2007 zu einem grundlegenden Fehler gekommen, sagte der Leipziger Finanzprofessor Bernhard Schwetzler am Montag vor dem Landgericht München.

Dieser habe dazu geführt, dass der Wert der Bank mit 2,8 Milliarden Euro und damit 1,5 Milliarden Euro zu hoch angesetzt wurde. Aus Sicht des Gutachters hätte den Vorständen der Fehler auffallen müssen. "Den dicken Schnitzer muss meines Erachtens ein Vorstand sehen.".

In dem Wertgutachten der Hypo Alpe Adria war die BayernLB nach Angaben von Schwetzler davon ausgegangen, dass die Gewinne vollständig ausgeschüttet werden, das Eigenkapital aber dennoch steigt. In weiteren Gutachten sei dieser Widerspruch zwar offenbar aufgefallen und korrigiert worden, habe sich aber nicht mehr vollständig auf den angenommenen Wert der Hypo Alpe Adria ausgewirkt. Letztlich zahlte die BayernLB 1,65 Milliarden Euro für die knappe Mehrheit an der Bank. Sechs ehemalige Vorstände müssen sich wegen Untreue vor Gericht verantworten, hatten die Vorwürfe aber zurückgewiesen. (APA, 7.4.2014)

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