Nowotny: EZB muss nicht unmittelbar handeln

7. April 2014, 10:17
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Die Notenbank bereite sich aber auf Eventualitäten vor, so Nowotny. Helfen könnte das Aufkaufen von Krediten

Frankfurt- EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny plädiert zur Abwehr einer Deflation in Europa für eine Wiederbelebung des Verbriefungsmarktes. Unmittelbare Schritte seien jedoch nicht erforderlich, sagte Nowotny am Montag am Rande einer Veranstaltung. "Die EZB verfolgt die Entwicklung der Inflationsrate und ist bereit, notfalls auch unkonventionelle Maßnahmen zu ergreifen. Das heißt nicht, dass hier unmittelbare Schritte zu setzen sind, sondern dass man sich auf alle Eventualitäten vorbereitet", sagte Nowotny.

EZB-Maßnahmen auf dem Markt für mit Forderungen besicherten Wertpapieren (ABS) würde die Kreditversorgung von Klein- und Mittelbetrieben positiv beeinflussen. Aber auch weitere zinspolitische Schritte seien nicht auszuschließen. Kauft die EZB solche ABS auf, würde das so funktionieren: Banken vergeben Kredite an Unternehmen. Verkaufen die Banken diesen Kredit weiter, wird er ein Wertpapier. Banken könnten solche Kredite zusammenpacken und im Paket an die EZB verkaufen. Das würde die Zinsen für solche Papiere drücken, den Banken könnte es Anreize geben, mehr Kredite zu vergeben.

Solche Kredit-Pakete sind in der Finanzkrise aber in Veruf geraten. US-Banken verpackten Kredite, von denen am Ende keiner mehr wusste, was wirklich drin steckte. Am Ende konnten viele Schuldner das Geld nicht mehr zurückzahlen, weil die Banken mit dem Wissen, die Kredite sowieso weiterzuverkaufen, quasi jedem und jeden Geld liehen, der zur Tür hereinkam. (APA/red, 7.4.2014)

 

  • OeNB-Präsident Ewald Nowotny sieht keinen unmittelbaren Handlungsbedarf wegen niedriger Preise.
    foto: apa/neubauer

    OeNB-Präsident Ewald Nowotny sieht keinen unmittelbaren Handlungsbedarf wegen niedriger Preise.

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