Braunschweig überrascht in feurigem Derby

6. April 2014, 21:58
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Tabellenletzte feiert einen überraschend klaren 3:0-Sieg im Niedersachsen-Derby gegen Hannover

Braunschweig - Die bittere Niederlage im 120. Niedersachsen-Derby hatten die Fußball-Profis von Hannover 96 noch gar nicht aus den Knochen geschüttelt, da machten sie eine weitere schlimme Erfahrung. Aggressive Fans beschimpften die Spieler nach ihrer Rückkehr in der niedersächsischen Hauptstadt, warfen Gläser und Bengalos.

Ausgerechnet der Erzivale und Tabellenletzte Eintracht Braunschweig hatte 96 durch ein 3:0 (2:0) im 120. Niedersachsen-Derby tief in den Abstiegsstudel gezogen, nach vier Niederlagen in Serie hat Hannover nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Die Eintracht hingegen hat sich bis auf zwei Zähler an den rettenden Rang 15 herangekämpft und feierte den Sieg, als stünde der Klassenerhalt bereits fest.

In Hannover war die Stimmung dagegen explosiv. 96-Trainer Tayfun Korkut und Kapitän Lars Stindl kamen dennoch zum Zaun, um mit den Fans zu diskutieren. "Die Mannschaft hat alles gegeben", soll der Trainer gesagt haben, was die Stimmung unter den maßlos enttäuschten Anhängern weiter angeheizt haben soll. Korkut stellte sich dennoch der Situation und kletterte auf den Zaun, von wo aus er über ein Megafon mit den aufgebrachten Fans diskutierte.

Angriffe

Die Polizei versuchte unter anderem mit Lautsprecheransagen deeskalierend auf die Fans einzuwirken. Es wurden aber auch Wasserwerfer in Position gebracht. Unterdessen brüllten die Randalierer unvermindert in Richtung 96-Präsident Martin Kind: "Kind muss weg" und "Wir haben die Schnauze voll".

Innerhalb von von sieben Minuten hatten zuvor am Nachmittag die Braunschweiger die Weichen auf Sieg gestellt. In der 14. Minute war Torjäger Domi Kumbela auf Vorarbeit von Ken Reichel erfolgreich. Der zweite Treffer gelang dem Norweger Havard Nielsen (21.) mit einem sehenswerten Volleyschuss. Jan Hochscheidt machte dann in der 89. Minute den höchsten Saisonsieg der Gastgeber perfekt, die seit fünf Spielen zu Hause ohne Niederlage sind.

Im zweiten Spiel des Tages trennten sich in Berlin Hoffenheim und die Hertha mit 1:1. Sami Allagui brachte die Gastgeber schon früh (11.) in Führung, Eugen Polanski konnt aber schon in der ersten Hälfte ausgleichen (30.). (sid/red. 06.04.2014)

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