Rechtsextremer Journalist in der Ukraine getötet

6. April 2014, 14:54
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Opfer war Mitglied der Partei Swoboda und zuvor verschleppt worden - Leichnam wies Folterspuren auf

Kiew - Die Leiche eines ukrainischen Journalisten und Mitglieds der ultrarechten Swoboda-Partei ist mit Folterspuren aufgefunden worden. Wie die Partei am Sonntag mitteilte, wurde der Leichnam von Wassili Sergijenko am Samstag in einem Wald nahe dem Dorf Wygrajew, 120 Kilometer südöstlich von Kiew entdeckt. Der Schädel sei eingeschlagen gewesen, und der Körper habe Stichwunden aufgewiesen.

Nach Angaben von Swoboda hatten drei Unbekannte ihr Parteimitglied am Freitagabend nach einem kurzen Handgemenge in ein Auto gestoßen und verschleppt. Die örtliche Staatsanwaltschaft bestätigte die Entführung und den Leichenfund. Wegen der laufenden Ermittlungen machte sie keine weiteren Angaben.

Zuvor Drohungen erhalten

In der Swoboda-Mitteilung hieß es, Sergijenko habe vor einer Woche von Drohungen gegen seine Person gesprochen. Möglicherweise stehe seine Ermordung im Zusammenhang mit von ihm verfassten Artikeln über einen mächtigen Geschäftsmann der Region. Den Namen des Unternehmers nannte Swoboda nicht.

Sergijenko beteiligte sich den Angaben zufolge auch an den Protesten auf dem Unabhängigkeitplatz (Maidan) in Kiew gegen den Ende Februar gestürzten Präsidenten Wiktor Janukowitsch und war Mitglied einer der dort tätigen paramilitärischen Gruppen. Swoboda ist im Parlament vertreten und Teil der Regierungskoalition unter Arseni Jazenjuk. Die Partei beruft sich auf Bewegungen wie die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA), die im Zweiten Weltkrieg mit den Nazi-Besatzern kollaborierte und Massaker unter anderem an Juden und Polen verübte. (APA, 6.4.2014)

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