Die Zukunft im Davis-Cup ist später

6. April 2014, 14:44
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Jürgen Melzer: "Schade, jetzt verlieren wir ein Jahr" - Leitgeb hofft auf Rückkehrer und weitere Steigerung Thiems

Bratislava - Österreichs Davis-Cup-Team bleibt auch 2015 die große Bühne Weltgruppe verwehrt. Erstmals seit über zehn Jahren muss Östereich ein zweites Jahr in Folge in der Europa-Afrika-Zone verbringen. Die vorzeitige Niederlage in der Slowakei noch vor dem Schlusstag kam in dieser Form überraschend.

Nun muss vom 12. bis 14. September in Lettland ein Sieg her, oder im Falle einer weiteren Niederlage spätestens vom 24. bis 26. Oktober voraussichtlich gegen Schweden oder Rumänien.

Doch so weit möchte im ÖTV verständlicherweise niemand denken. Unter Präsident Ronnie Leitgeb, der mit dem Viertelfinale 2012 in Spanien erstmals in diesem Amt tätig war, gab es nun in Spanien (1:4), in Kasachstan (1:3), in den Niederlanden (0:5) und nun in der Slowakei (Endstand folgt) vier Niederlagen en suite, allesamt auswärts. Kein einziges Single wurde vorbehaltlich der bedeutungslosen Partien am Sonntag gewonnen.

Wunderbare Jahre

Die nicht zuletzt auch durch die Verletzung von Jürgen Melzer erfolgte Verjüngung ist erfolgt. Und den Jungen muss man wohl auch etwas Zeit geben. "Das Team hat schon ganz anders ausgeschaut diesmal. Im Großen und Ganzen merkt man, dass die Jungen nachdrücken und auch ihre Chance bekommen müssen", sagte Leitgeb. "Davis Cup ist halt ein bisserl was anderes als Turniere spielen, noch dazu auswärts. Das ist sicher ein Lernprozess."

Für die nähere Zukunft, sprich dem Auswärts-Länderkampf in Lettland, sieht Leitgeb aber schon wieder Land in Sicht. "Wenn man überlegt, Dominic hat sich vom letzten Davis Cup bis heute in seinem Ranking fast halbiert und im Herbst haben wir hoffentlich auch den Jürgen wieder voll fit zur Verfügung. Dann schaut unser Team gleich wieder viel stärker und ganz anders aus."

Jürgen Melzer hat jedenfalls keinerlei Absichten, seine Davis-Cup-Karriere bald zu beenden. Was Melzer bedauert, ist, dass er im Herbst seiner Karriere nun ein weiteres Jahr auf Weltgruppen-Niveau verliert. "Es ist halt schade. Wir verlieren jetzt quasi ein Jahr, in dem ich auf sehr gutem Niveau spiele und Dominic da ran kommt."

Die Enttäuschung war natürlich auch bei Kapitän Clemens Trimmel nach seinem fünften Davis Cup in dieser Funktion (Premiere mit dem 3:2-Heimsieg über Russland 2012) groß. "Das muss man alles erst einmal schlucken", sagte der Wiener, gab aber auch zu bedenken, dass man in den letzten Jahren auch "privilegiert" gewesen sei, in der Weltsportart Tennis eine Pendelnation zu sein. 

Am Sonntag vertschüsste sich diese aus Bratislava mit einem Sieg und einer Niederlage. In den bedeutungslosen Singles nach dem 0:3-Zwischenstand setzte sich Andreas Haider-Maurer gegen Norbert Gombos mit 7:6(5),7:5 durch, danach unterlag Debütant Gerald Melzer dem Slowaken Lukas Lacko mit 6:4,3:6,2:6. Endstand insgesamt: 4:1. (APA/red, 6.4.2014)

Davis Cup - Europa/Afrika-Zone I - 2. Runde:

Slowakei - Österreich: 4:1

Norbert Gombos - Dominic Thiem 6:4,3:6,6:3,6:4
Lukas Lacko - Andreas Haider-Maurer 7:6(3),4:6,4:6,6:2,6:3
Martin Klizan/Michal Mertinak - Alexander Peya/Dominic Thiem 6:7(4),3:6,7:6(5),6:4,6:4 '
Gombos - Haider-Maurer 6:7(5),5:7
Lacko - Gerald Melzer 4:6,6:3,6:2

  • Es kann nicht immer die Sonne scheinen.
 
    foto: apa/gruber

    Es kann nicht immer die Sonne scheinen.

     

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