Begas-Affäre: Verdacht auf Postenschacher

6. April 2014, 13:19
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Schreiben von Ex-Direktor Simandl an Landeshauptmann Niessl - "Kurier": Techniker und Monteure nach Parteizugehörigkeit eingestellt

Eisenstadt - Verdacht auf politische Postenbesetzungen weckt ein Schreiben, das nun im Zuge der Aufarbeitung der BEGAS-Affäre aufgetaucht ist. Per Brief soll der damalige Begas-Direktor Rudolf Simandl den burgenländischen LH Hans Niessl (SPÖ) über neun Stellen für Techniker und Monteure in dem Unternehmen informiert haben, die mit parteinahen Personen besetzt wurden, berichtet der "Kurier" am Sonntag.

Acht Posten sollen demnach an Bewerber gegangen sein, die der SPÖ zuzuordnen sind, ein weiterer Posten ging laut einer im Blatt veröffentlichten Faksimile an einen der ÖVP zuzurechnenden Bewerber. Der an Niessl adressierte Brief aus dem Jahr 2005 wurde laut der Zeitung in einem IT-Laufwerk Simandls entdeckt. Simandl schrieb darin, er freue sich, bei diesen Besetzungen ein Verhältnis von acht zu eins von SPÖ gegenüber ÖVP erzielt zu haben.

Keine Intervention

Aus dem Büro des Landeshauptmannes hieß es am Sonntag, es habe keine Interventionen bei dem burgenländischen Energieversorger gegeben. Das sei auch gar nicht möglich gewesen, weil die BEGAS im Jahr 2005 noch gar nicht im Eigentum des Landes gestanden habe. Durch den Einstieg des Landes wären die jahrelangen Malversationen überhaupt erst aufgeklärt worden.

SPÖ-Landesgeschäftsführer Robert Hergovich betonte, dass es sich um ein Schreiben aus einem PC der BEGAS handle, für das es keinen Vermerk im Posteingang des Landeshauptmannes gebe. Er gehe davon aus, dass bis zur Landtagswahl "jede Woche eine andere Märchengeschichte" über Niessl kommen werde. Auch das Büro von Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Steindl (ÖVP) dementierte jede Intervention bei Postenbesetzungen. (APA, 6.4.2014)

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