Lufthansa versagt Piloten neues Angebot

4. April 2014, 17:52
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Die Lufthansa nimmt nach dem Ende des dreitägigen Streiks wieder den normalen Flugbetrieb auf

Berlin - Für jene - etwa aus Bremen oder Niedersachsen -, die bei ihrem Start in die Osterferien Probleme mit einem Lufthansa-Flug hatten, mag es ein kleiner Trost sein: Die Rückkehr aus dem Osterurlaub wird unkompliziert verlaufen.

Denn die Lufthansa-Piloten, die den Betrieb von Europas größter Airline von Mittwoch bis Freitagabend fast völlig lahmgelegt haben, versprechen, eine mögliche zweite Streikaktion erst nach Ende der deutschen Osterferien durchführen zu wollen.

Damit dürfte zumindest bis zum 2. Mai Ruhe sein. An diesem Tag beenden Thüringen und Schleswig-Holstein als letzte der 16 deutschen Bundesländer ihre Ferien.

Es gäbe nun also genug Zeit zum Verhandeln. Doch die Lufthansa ist nicht bereit, den Piloten entgegenzukommen. Diese erwarten ein neues Angebot vom Management. Lufthansa-Manager Kay Kratky aber will keines auf den Verhandlungstisch legen und erklärt: "Die derzeitige Offerte ist ausreichend." Allerdings möchte die Lufthansa in den kommenden Tagen Kontakt zur Pilotengewerkschaft Cockpit aufnehmen. Sie schließt auch nicht aus, letztendlich einen Schlichter anzurufen.

Die 5400 Piloten kämpfen vor allem um die Beibehaltung der betriebsinternen Frühpension. Diese ermöglicht es einem Piloten, ab dem 55. Lebensjahr in Pension zu gehen, wenn er sich für den Job nicht mehr fit genug fühlt. Bis er staatliche Pension bekommt, wird das Ruhegeld aus einem konzerneigenen Topf bezahlt.

Die Lufthansa argumentiert, diese Vorsorge sei so teuer, dass sie künftig nicht mehr leistbar sei, und will Piloten erst ab 63 Jahren in den Ruhestand schicken.

Die Bilanz des dreitägigen Streiks ist für Lufthansa laut Kratky "verheerend".

Manager im Cockpit

3800 Flüge mussten gestrichen werden, um rund 500 Verbindungen überhaupt zu schaffen, setzten sich auch Manager mit Fluglizenz ins Cockpit. Insgesamt waren 425.000 Passagiere betroffen, allein am Drehkreuz Frankfurt fielen am Freitag 700 Flüge aus. Die Ergebniseinbußen beziffert die Lufthansa auf 35 bis 75 Millionen Euro.

Der scheidende Lufthansa-Chef Christoph Franz kritisiert den Streik als "unverhältnismäßig" und regt eine Änderung des Streikrechts an - dahingehend, dass ein Unternehmen nicht völlig lahmgelegt werden könne: "Es sollte aus unserer Sicht auch bei einem Streik eine Pflicht auf Mindestaufrechterhaltung der kritischen Verkehrsinfrastruktur geben, zu der ja auch die Bahn oder die Flugsicherung zählen." (Birgit Baumann aus Berlin, DER STANDARD, 5./6.4.2014)

  • Abwarten, was kommt: Die Lufthansa-Piloten haben drei Tage lang gestreikt, jetzt wollen sie bis zum Ende der Osterferien wieder fliegen und verhandeln.
    foto: ap/michael probst

    Abwarten, was kommt: Die Lufthansa-Piloten haben drei Tage lang gestreikt, jetzt wollen sie bis zum Ende der Osterferien wieder fliegen und verhandeln.

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