Trattnig und Brückler kritisieren Eishockey-Verband

4. April 2014, 17:37
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Salzburg-Verteidiger sagt unter anderem wegen der Vorfälle bei Olympia für B-WM ab - Trattnig: "Am Ende spielen drei Betrunkene im Powerplay"

Wien - Der österreichische Eishockey-Teamchef Manny Viveiros muss bei der B-WM ab Ostersonntag in Südkorea auf einen weiteren Routinier verzichten. Salzburg-Verteidiger Matthias Trattnig erklärte in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung", dass er unter anderem wegen der Vorfälle bei Olympia in Südkorea nicht dabei sein wird. In Sotschi hatten einige Spieler vor dem Qualifikationsmatch für das Viertelfinale (0:4 gegen Slowenien) bis spät in die Nacht gefeiert.

Damit fehlt gegenüber dem Olympia-Turnier bereits der fünfte routinierte Verteidiger. Thomas Pöck, Andre Lakos und Robert Lukas haben ihre Teamkarrieren nach den Spielen in Sotschi beendet, letzterer wegen der Vorfälle beim Saisonhöhepunkt. Rekordspieler Gerhard Unterluggauer verkündete am Freitag seinen endgültigen Team-Rücktritt. "20 Jahre sind genug", sagte der 244-fache Teamspieler, der in Sotschi seine letzten Teameinsätze absolviert hat, bei seinem Stammclub VSV hingegen noch weitermachen wird.

Spaßbremse Olympia

Das und die Reaktion des Verbands darauf, der die Namen der betreffenden Spieler trotz Ankündigung nicht preisgegeben hat, haben bei Trattnig tiefe Spuren hinterlassen. "Mir hat Olympia den Spaß am Nationalteam genommen. Das ist einer der Gründe, warum ich heuer nicht für die B-WM zur Verfügung stehe", erklärte Trattnig.

"Die Aktion ist nicht zu entschuldigen. Das hätte sofort aus dem Weg geräumt gehört. Fakt ist: Das Image ist für zehn Jahre zerstört. Es ist einfach schrecklich für das österreichische Eishockey", sagte der Verteidiger-Routinier, und legte schonungslos offen: "Es kann nicht sein, dass Spieler in zehn Tagen drei Mal einen Vollrausch haben. Am Ende spielen drei Betrunkene im Powerplay". Die drei NHL-Spieler Thomas Vanek, Michael Grabner und Michael Raffl haben sich am Tag nach der Niederlage gegen Slowenien als Nachtschwärmer geoutet und für ihr Verhalten entschuldigt. Mittlerweile hat auch Florian Iberer zugegeben, dabei gewesen zu sein, und sich dafür ebenfalls entschuldigt.

Torhüter Bernd Brückler, Teamkollege von Trattnig bei Meister Salzburg, stimmte in die Kritik ein. "Dass die Sache nicht aufgeklärt worden ist, passt genau ins Bild, das der Verband seit Jahren abgibt. Die Außendarstellung ist schlichtweg katastrophal", erklärte der Steirer. (APA, 4.4.2014)

  • Trattnig: "Es kann nicht sein, dass Spieler in zehn Tagen drei Mal einen Vollrausch haben."
    foto: expa/reinhard eisenbauer

    Trattnig: "Es kann nicht sein, dass Spieler in zehn Tagen drei Mal einen Vollrausch haben."

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