Industrie will Platz in Tourismuswerbung

4. April 2014, 17:30
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Klares Bild von Österreich im Ausland nach Schweizer Vorbild wird vermisst

St. Anton/Arlberg - Industrie und Tourismus, die sich in Österreich in den vergangenen Jahrzehnten stark auseinanderentwickelt haben, müssten wieder zusammenfinden. Andernfalls werde es kaum möglich sein, den Stockerlplatz als eines der reichsten Länder Europas langfristig abzusichern. "Eine Symbiose von Industrie und Tourismus ist ein unbedingtes Muss, insbesondere dort, wo Grund und Boden extrem knapp ist wie in Tirol, Vorarlberg und Salzburg", sagte der Chefökonom der Industriellenvereinigung, Christian Helmenstein, am Rande eines Tourismusseminars der Wirtschaftskammer.

Helmenstein, aber auch der Chefökonom der Wirtschaftskammer, Christoph Schneider, sehen darüber hinaus dringenden Verbesserungsbedarf in der Außendarstellung Österreichs. Die Schweiz etwa habe es in einer vorbildlichen Weise verstanden, eine Marke zu schaffen und diese positiv aufzuladen. Helmenstein zum Standard: "Das Schweizer Kreuz auf dem Offiziersmesser steht für Sicherheit und Qualität. Das überträgt sich auf alle anderen Produkte, auf denen das Schweizer Kreuz pickt." Das ist bei so gut wie allen Produkten und Dienstleistungen der Fall, die mit der Schweiz in Verbindung stehen.

Von den insgesamt 50 Mio. Euro der Österreich Werbung (ÖW) stehen effektiv 43,5 Millionen für Marketingaktivitäten zur Verfügung. Die Mittel werden in 30 ausgewählten Märkten eingesetzt, sechs Millionen davon allein in Deutschland, dem für Tourismusbetriebe wichtigsten Einzelmarkt außerhalb Österreichs.

Gäste aus Deutschland sind zuletzt auch wieder verstärkt gekommen. Dieser Umstand konnte aber nicht verhindern, dass die Zahl der Nächtigungen im bisherigen Winter insgesamt zurückgegangen ist. Zwischen November 2013 und Februar 2014 gab es im Jahresabstand ein Minus von 3,1 Prozent auf 44,37 Millionen Übernachtungen. Die März-Zahlen liegen noch nicht vor, dürften nach Ansicht von Hans Schenner, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, aber auch nicht berühmt sein. (Günther Strobl, DER STANDARD, 5.4.2014)

Die Reise erfolgte teilweise auf Einladung der Wirtschaftskammer.

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