Billig fliegen in der Werbetrommel

4. April 2014, 11:40
29 Postings

Eine neue amerikanische Billigairline ist am Start. Das Konzept: Die eingesetzten Maschinen bis auf den letzten Zentimeter mit Werbung zupflastern

Noch wartet man bei Avatar Airlines auf die Zulassungen, aber über den Erfolg ihres Konzepts hegt das amerikanische Unternehmen keinerlei Zweifel. Und das besteht in erster Linie darin, jeden freien Quadratmillimeter der Maschinen an Werbekunden zu verkaufen.

Bei den Maschinen handelt es sich um Boeing 747-400er, auch bekannt als "Jumbos". Die Flugzeuge sollen sowohl außen als auch innen zahlungskräftigen Werbekunden zur Gestaltung feilgeboten werden. 

An Bord der Maschinen soll es 539 Sitze in der Economy- und 42 Sitze in der Business-Class geben. Die Preise sollen sich zwischen 19 und 99 US-Dollar bewegen, abhängig vom Ziel der Reise und vom Flugtermin. Bei den geplanten Destinationen handelt es sich ausschließlich um Inlandsflüge zu hoch frequentierten Flughäfen in San Fracisco, Las Vegas, Honolulu, New York und anderen, was die Auslastung der riesigen Maschinen sichern soll.

Technologie und Service

Außerdem setzt die Airline auf moderne Technologie. So sollen Passagiere nur online einchecken können. Mit Fracht, Catering und Inflight-Unterhaltung will Avatar Airlines ebenfalls Geld verdienen. Alle Flugzeuge sollen mit WiFi ausgestattet werden, wer Surfen will, muss zahlen. Passagiere sollen in der Mehrzahl ihre eigenen elektronischen Geräte nutzen oder, gegen eine Gebühr, Geräte von der Airline ausleihen können.

Dafür gesteht die Airline jedem Passagier zwei kostenlose Gepäckstücke zu.

Für das Bordessen sollen renommierte Restaurants sorgen und zwar sowohl aus dem gehobenen Gastronomie- als auch aus dem Fast-Food-Bereich. Das Essen soll gleich gemeinsam mit dem Ticket gebucht werden. 

Dahinter steckt der Gedanke, dass nicht alle Passagiere die selben Ansprüche haben und jene, die den Service an Bord nicht nutzen wollen, auch nicht dafür zahlen sollen. Hingegen soll jenen, die gerne im Internet surfen oder Wert auf gutes Essen im Flieger legen, die Möglichkeit haben, dieses auch zu erhalten. 

Werbung, wohin das Auge blickt

Eine der Haupteinnahmequellen sollen jedoch die freien Flächen der Flugzeuge sein. Logos von Firmen sollen nicht nur die Außenhaut der Flieger schmücken sondern auch Tische, Kabinenwände und -decken, Trennwände oder Gepäckfächer. Das Argument für den Verkauf der Werbeflächen lautet, dass 92 Prozent der Passagiere sich noch Stunden nach dem Flug an Werbung erinnern können.

Avatar Airlines geht aus einem Versuch in den 1990er-Jahren hervor, bei dem die Gesellschaft unter dem Namen Familiy Airlines schon einmal den Start versuchte, aber keine Genehmigung erhielt.  (todt, derStandard.at, 4.4.2014)

  • So stellt sich Avatar Airlines die Jumbos im Einsatz vor.
    foto: avatar airlines

    So stellt sich Avatar Airlines die Jumbos im Einsatz vor.

Share if you care.