Dutzende Migranten kletterten in Melilla auf Grenzzäune

Ansichtssache4. April 2014, 05:30
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Am Donnerstag haben erneut Dutzende afrikanische Flüchtlinge versucht, über die Grenzzäune in die spanische Exklave Melilla zu gelangen. Die spanische und marokkanische Polizei holte die Männer wieder runter. Rund 25 Migranten blieben noch Stunden nachdem der Grenzübertritt begonnen hatte, auf den Zäunen sitzen. Die spanische Polizei überwachte die Aktion. Zwei Migranten kletterten auf Laternenmasten nahe den Zäunen.

Tausende Flüchtlinge aus Gebieten südlich der Sahara suchen ein besseres Leben in Europa und versuchen regelmäßig, illegal über die Grenzzäune zu gelangen. Seit Anfang Februar verstärken Marokko und Spanien allerdings die Überwachung. Damals ertranken 15 Migranten bei dem Versuchen, die spanische Exklave Ceuta westlich von Melilla zu erreichen. 

Italien warnt vor Flüchtlingen

Gleichzeitig befürchtet Italien mehr Flüchtlinge aus Nordafrika. "Laut unseren Informationen warten bis zu 600.000 Menschen in Nordafrika auf die Gelegenheit, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen", sagte der italienische Innenminister Angelino Alfano bei einer Migrationskonferenz am Donnerstag in Palermo.

"Es handelt sich um Flüchtlinge, die oft in die Hände von Menschenhändlern gelangten. Wir kämpfen dafür, dass Europa seine Grenzen schützt, und verlangen, dass die EU-Grenzschutzagentur Frontex gestärkt wird. Wenn man die Mittelmeergrenze nicht schützt, kann man das Problem der Massenlandungen nicht stoppen", so Alfano.

Süditalien sieht sich mit mehr Flüchtlingen konfrontiert. Allein im März haben 4.000 Migranten die Küsten Siziliens erreicht. Die italienische Marine stand wegen der Neuankommenden im Dauereinsatz. Sie hatte im Herbst nach mehreren Flüchtlingstragödien vor Lampedusa mit Unterstützung anderer Länder den Einsatz "Mare Nostrum" gestartet, um weitere Bootsunglücke zu verhindern. (red/APA, derStandard.at, 4.4.2014)

foto: ap photo/santi palacios
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