Eine Nacht für Frankie Boy

3. April 2014, 18:32
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Das Wiener Fluc verneigt sich vor dem am Montag verstorbenen House-Music-Gründer Frankie Knuckles

Mit dem Tod von Frankie Knuckles hat die Clubkultur letzten Montag eine seiner zentralen Figuren verloren. Nur selten ist die Ästhetik eines gesamten Genres dermaßen stark an einer Person festzumachen gewesen wie im Fall des gebürtigen New Yorkers, der ab den späten Siebzigerjahren den wesentlichen Grundstein für den globalen Siegeszug der elektronischen Tanzmusik und insbesondere House legte. Der im Alter von 59 Jahren gestorbene Knuckles bediente sich neben den Plattenspielern eines Schlagzeugcomputers, um damit die Reduktion aufs Maximum zu vollziehen. Das Ergebnis bedeutete Ekstase auf dem Dancefloor des Chicagoer Warehouse, wo Knuckles als Resident-DJ tätig war und das dem Genre den Namen gab. Doch dabei ging es um mehr als nur um Musik. Es ging um das Selbstbewusstsein einer doppelt diskriminierten Minderheit. Das Warehouse war schwarz und schwul. Die Süddeutsche Zeitung drückte es in ihrem Nachruf sehr treffend aus: „Hier wurde die Clubkultur in einem Ausmaß geboren, gegen den das Berghain heute wie ein evangelisches Jugendzentrum wirkt.” Kommenden Montag wird im Wiener Fluc dem Godfather of House abendfüllend gedacht. Ein kurzfristig anberaumter
Tribute-Abend bringt Frankie Knuckles’ Werk und geistesverwandte Klänge zu Gehör. In welcher Relation das Fluc zum Warehouse steht – daran sollte man dabei gar nicht denken. Man muss im Leben bekanntlich immer Kompromisse eingehen. (lux, DER STANDARD, 4.4.2014)

7. 4., Fluc, 2., Praterstern 5. 21.00

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