Israels Diplomaten beenden weltweiten Streik

3. April 2014, 12:49
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Nach einjährigem Arbeitskampf Grundsatzeinigung erzielt

Jerusalem - Nach einem einjährigen Arbeitskampf, der zuletzt in einem zehntägigen Streik gipfelte, haben die israelischen Diplomaten am Donnerstag ihre Arbeit wieder aufgenommen. Wie die Gewerkschaftsvertretung im Außenministerium am Mittwochabend mitteilte, wurde eine Grundsatzeinigung erzielt, die vor allem die finanzielle Ausstattung der 1200 im Ausland tätigen Angestellten betrifft.

Verzögerungen bei Visa

Israelische Medien berichteten am Donnerstag über Details der Abmachung, die nach langwierigen Verhandlungen mit dem Finanzministerium erzielt wurde. Nachdem schon seit Wochen Bummelstreiks in den Konsularabteilungen die Ausstellung von Visa und Arbeitsgenehmigungen sowie Passverlängerungen im Ausland lebender Israelis blockiert hatten, war der "Generalstreik" der Diplomaten eine Premiere in der 65-jährigen Geschichte des Staates Israel. Alle 103 Botschaften des Landes blieben geschlossen. Auslandsbesuche von Regierungsmitgliedern mussten abgesagt werden, die Vorbereitung des Besuchs von Papst Franziskus in Israel im Mai wurde erschwert.

Die erreichte Einigung stellt nun vor allem die Angestellten in den israelischen Auslandsvertretungen besser: Gehalts- und Pensionseinbußen für Ehegatten, die am Einsatzort keine gleichwertige Beschäftigung finden, werden kompensiert. In bestimmten Ländern werden zudem Schulgeld und Erschwerniszulagen gezahlt. Nach zehnjährigem Stillstand beim Gehaltstarif gibt es künftig einen automatischen Ausgleich, der sich nach der Inflation des Einsatzlandes richtet. Die Beförderungsschritte für jüngere Diplomaten werden zeitlich verkürzt. Im Gegenzug verpflichten sich die Gewerkschaften, mehrere Jahre auf Arbeitsniederlegungen zu verzichten. (APA, 3.4.2014)

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