Nitsch: Steuerschuld soll bei mehr als drei Millionen Euro liegen

3. April 2014, 14:49
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Finanz hat laut "News" Pfandrecht auf Liegenschaften

Mistelbach/Korneuburg - In der Steueraffäre um das Ehepaar Hermann und Rita Nitsch habe die Finanz ein Pfandrecht auf mehrere Liegenschaften vorgemerkt, darunter auch Schloss Prinzendorf im Weinviertel, das im Besitz des 75-jährigen Künstlers steht, berichtete das Magazin "News" am Donnerstag. Im Finanzministerium gab man sich unter Verweis auf das Steuergeheimnis zugeknöpft.

Dass gegen das Ehepaar nach dem Finanzstrafgesetz ermittelt wird, hatte die Staatsanwaltschaft Korneuburg am 20. März bestätigt. Sprecher Friedrich Köhl sagte am Donnerstag auf Anfrage, dass damals Unterlagen sichergestellt worden seien und von der Finanz ausgewertet würden. Ob es schon eine Beschuldigten-Einvernahme gegeben habe, sei ihm nicht bekannt.

Eine Art Hochrechnung

Laut dem Magazinbericht ließ das Finanzamt bei mehreren Immobilien ein Pfandrecht vormerken. Der Künstler könne nun nicht mehr frei darüber verfügen. Darüber hinaus offenbare der Schritt erstmals, wie hoch ein möglicherweise hinterzogener Betrag tatsächlich sein könnte. Die Finanz beziffert das vorgemerkte Pfandrecht in Bezug auf Hermann Nitsch demnach mit 3.042.492,86 Euro. Dabei dürfte es sich um eine Art Hochrechnung handeln. Die Zahl liege weit über bisher kolportierten Beträgen.

Nitschs Anwalt Daniel Charim und auch Nitsch selbst erscheint die Summe der Pfandrechte sehr hoch. "Wir prüfen jetzt, was an den Vorwürfen der Finanz dran ist", sagt Charim. Bisher war ja in der Steueraffäre Nitsch die Rede von 1,3 Millionen Euro gewesen. Nitsch selbst hält die neu genannte Summe für absurd. "Dann hätte ich ja sechs Millionen verdienen müssen. Davon hätte ich nur träumen können."

Sie dürfe das Steuergeheimnis nicht verletzen und könne den Bericht weder bestätigen noch dementieren, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums am Donnerstag. Bei Nitsch war vor mehr als zwei Wochen die Steuerfahndung im Einsatz. Die Sprecherin bestätigte das damals, nannte jedoch keine Details. Dem Künstler und seiner Frau Rita wird vorgeworfen, Einnahmen aus Bilderverkäufen nicht versteuert zu haben. (der Standard berichtete). (APA, red, derStandard.at, 3.4.2014)

  • Hermann Nitsch während eines Sekundenschlafs vor einer seiner Aktionen.
    foto: thomas trenkler

    Hermann Nitsch während eines Sekundenschlafs vor einer seiner Aktionen.

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