Novena: Erster Open-Source-Laptop geht in den Verkauf

3. April 2014, 09:58
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Hardwaredesign vollständig offengelegt - Soll zum Basteln anregen und mehr Sicherheit bieten

Während es schon lange möglich ist, einen Computer ausschließlich mit freier Software zu betreiben, ist Open-Source-Hardware bisher lediglich eine Randerscheinung. Um so mehr Beachtung verdient das Projekt des in Singapur angesiedelten, ehemaligen Xbox-Hackers Andrew "bunnie" Huang gemeinsam mit Sean "xobs" Cross. Unter dem Namen "Novena" wollen diese nun einen Laptop zum Kauf anbieten, der zu weiten Teilen Open Source ist.

Aufbau

So stehen beispielweise die Leiterplattendesigns und zahlreiche Zusatzinformationen für die einzelnen Bestandteile zur Verfügung. Auch bei der Komponentenwahl hat man hohen Wert auf möglichst große Offenheit gelegt. Als CPU wird ein i.MX6Q ARM-Chip (1,2 GHz, Quad-Core) von Freescale verwendet, dessen Aufbau allerdings nicht frei verfügbar ist.

Komponenten

Dass der Novena vor allem für jene gedacht ist, die gerne mit Hard- und Software experimentieren gedacht ist, zeigt sich auch an den anderen verbauten Komponenten. So gibt es beispielsweise zwei Ethernet-Anschlüsse, was sich bestens dafür eignet, um Netzwerkverkehr durchzuleiten und dabei zu analysieren. Mittels USB OTG kann der Novena als USB-Gerät für Spoofing und Fuzzing genützt werden. Darüber hinaus gibt es einen High-Speed Erweiterungsanschluss, für den externe Hardware entwickelt werden kann.

Als Konkurrenz zu Mainstreamgeräten ist der Novena natürlich nicht gedacht. Dass er im direkten Vergleich alleine in Fragen Preis/Leistung nicht mithalten kann, ist auch Huang durchaus bewusst, wie er gegenüber Wired eingesteht. Der Laptop sei nicht für alle gedacht, sondern für jene, denen Sicherheit, Privatsphäre und die Möglichkeit selbst Änderungen an Hard- und Software vornehmen zu können, besonders wichtig sind.

Auswahl

Der Novena kann in diversen unterschiedlichen Varianten vorbestellt werden, vom 500-Dollar-Modell das nur die Kernkomponenten ganz ohne Gehäuse liefert über einen "All-in-on-desktop" um 1.195 Dollar, bei dem der Bildschirm an der Oberseite angebracht ist, und das Anheben des Deckels das Innenleben des Rechners offenbart bis zur 5.000-Dollar-Ausgabe mit Holzgehäuse und klassischer Thinkpad-Tastatur.

Finanzierung

Bereits vor einigen Monaten hatten die beiden Entwickler eine erste Version von Novena vorgezeigt, nun hofft man aber auf das Interesse der Community. Die Vorbestellungen werden entsprechend über die auf Hardware spezialisierte Crowdfundingseite Crowd Supply abgewickelt - so denn das Finanzierungsziel erreicht wird. Ausgeliefert sollen die Geräte dann Ende 2014 oder Anfang 2015 werden. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 3.4.2014)

  • Der Novena Laptop ist ganz auf einfache Hackbarkeit ausgerichtet. Beim kleineren Modell steht denn auch das einfach Öffnen des Gehäuses im Vordergrund, der Bildschirm ist außen angebracht, die Tastatur muss extern angehängt werden.
    foto: novena

    Der Novena Laptop ist ganz auf einfache Hackbarkeit ausgerichtet. Beim kleineren Modell steht denn auch das einfach Öffnen des Gehäuses im Vordergrund, der Bildschirm ist außen angebracht, die Tastatur muss extern angehängt werden.

  • Die Luxus-Variante aus Holz beinhaltet hingegen ein Thinkpad-Keyboard - und jede Menge Anschlüsse.
 
    foto: novena

    Die Luxus-Variante aus Holz beinhaltet hingegen ein Thinkpad-Keyboard - und jede Menge Anschlüsse.

     

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