Nachbeben der Stärke 7,6 erschütterte Norden Chiles

3. April 2014, 15:36
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Auch Präsidentin Bachelet in Sicherheit gebracht

Santiago de Chile - Nur 24 Stunden nach einem schweren Seebeben vor Chile hat ein Nachbeben die Menschen an der Pazifikküste erneut in Schrecken versetzt. Nach dem Erdstoß der Stärke 7,6 brachten die Behörden in der Nacht auf Donnerstag wieder tausende Menschen in Sicherheit - unter ihnen Präsidentin Michelle Bachelet, die das Unglücksgebiet besuchte. Eine Tsunami-Warnung wurde später zurückgenommen.

Am Dienstagabend waren nach einem Seebeben der Stärke 8,2 vor der Küste Chiles sechs Menschen ums Leben gekommen. Es entstand erheblicher Schaden, als meterhohe Wellen auf die Küste prallten. Fast eine Million Menschen mussten in höher gelegene Gebiete fliehen. Papst Franziskus hat den Betroffenen sein Mitgefühl ausgesprochen und ihnen sein Gebet zugesagt. In einem am Donnerstag veröffentlichten Telegramm an den Vorsitzenden der Chilenischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Santiago de Chile, Kardinal Ricardo Ezzati, schrieb der Papst, dass er schwer erschüttert sei vom dem Ausmaß des Bebens und hoffe, dass den Menschen vor Ort großherzig und brüderlich geholfen werde, berichtete Kathpress.

Tsunami-Warnung aufgehoben

Präsidentin Bachelet machte sich am Mittwoch auf den Weg in das Unglücksgebiet, wo auch sie mitten in der Nacht in der Stadt Arica von dem Nachbeben überrascht wurde. Die Staatschefin wurde wie tausende andere Menschen in höher gelegene Gebiete gebracht, um einer etwaigen Tsunami-Welle zu entgehen. Eine solche gab es dann aber nicht, die entsprechende Warnung wurde zwei Stunden nach dem erneuten Beben zurückgenommen.

Das Zentrum des Nachbebens lag 20 Kilometer südlich der weit im Norden gelegenen Stadt Iquique im Pazifischen Ozean. Es ereignete sich um 3.43 Uhr MESZ, Schäden verursachte es offenbar nicht.

Kleine Wellen in Japan

Eine Tsunami-Warnung wurde zwischenzeitlich auch für den Süden Perus herausgegeben. Aus Japan meldeten die Behörden am Donnerstag kleine Tsunami-Wellen, die noch von dem ersten Beben am Dienstagabend stammten. Es gab keinerlei Beschädigungen.

Chile liegt auf dem Pazifischen Feuerring, einem besonders erdbebengefährdeten Gebiet. Im Februar 2010 ereignete sich vor der Küste des Landes etwa 235 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Santiago de Chile ein heftiges Beben der Stärke 8,8. Mehr als 500 Menschen kamen dabei ums Leben. (APA, 3.4.2014)

  • Ein beschädigtes Auto in der Stadt Iquique im Norden Chiles.
    foto: apa/epa/felipe trueba

    Ein beschädigtes Auto in der Stadt Iquique im Norden Chiles.

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