Amokläufer in Fort Hood hatte Streit mit anderen Soldaten

4. April 2014, 06:38
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Motiv weiter unklar - 2009 starben am US-Militärstützpunkt 13 Menschen bei einem Amoklauf

Waco - Der Amokschütze auf der US-Militärbasis Fort Hood hatte vor seiner Bluttat vermutlich Streit mit anderen Soldaten. Es gebe Hinweise, dass es zu einer "verbalen Auseinandersetzung" gekommen sei, sagte der Stützpunkt-Kommandant Mark Milley am Donnerstag (Ortszeit).

Die genauen Motive des psychisch instabilen Irak-Veteran, der sich nach der Tat selbst tötete, blieben weiter unklar. Es gebe aber keine Anzeichen, dass der 34-Jährige gezielt auf bestimmte Kameraden geschossen habe, hieß es.

Einen Tag nach dem Verbrechen mit insgesamt vier Toten und 16 Verletzten gaben die Militärs die Identität des Täters preis. Es handle sich um Ivan Lopez, der in einer Transporteinheit auf Fort Hood arbeitete und ursprünglich aus Puerto Rico stamme, sagte Milley bei einer Pressekonferenz auf dem Stützpunkt.

"Keinerlei Anzeichen von Gewalt"

Zuvor hatte Heeresminister John McHugh vor einem Ausschuss im Senat erklärt, der Schütze habe "keinerlei Anzeichen möglicher Gewalt" gezeigt. Er habe während seines vier Monate langen Irak-Einsatzes im Jahre 2011 nicht an bewaffneten Einsätzen teilgenommen und sei auch nicht verletzt worden, sagte McHugh. Ihm seien aber eine "Reihe von Medikamenten" verschrieben worden, nachdem er zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen einen Arzt aufgesucht hatte.

Die Tat des 34-Jährigen löste am Mittwochnachmittag einen Großeinsatz von Polizei und Notärzten aus. Knapp fünf Stunden wurde der Stützpunkt mit fast 50.000 Soldaten abgeriegelt. Schon im Jahr 2009 war in Fort Hood ein Soldat Amok gelaufen, damals starben 13 Menschen.

Motiv unbekannt

Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gabe es nach Angaben des zuständigen Kommandanten Mark Milley nicht. Ein Motiv für die Tat sei nicht bekannt, sagte Milley. Der Mann habe im Jahr 2011 vier Monate im Irak gedient und unter Verhaltensstörungen und psychischen Problemen gelitten. Eine Diagnose über eine posttraumatische Belastungsstörung liegt noch nicht vor. "Wir untersuchen sein Vorleben nun sehr genau", sagte Milley. Berichten zufolge hatte der Schütze eine Gehirnverletzung und nahm Antidepressiva. Er wurde im Irak nicht verwundet.

Der Mann hatte den Dienstgrad eines "Army Specialist". "Specialists" sind Soldaten niederen Ranges mit zusätzlichen, vor allem technischen Kenntnissen. Laut einem Bericht der "Washington Post" war der Täter Lastwagenfahrer des Militärs und trug seine grüne Camouflage-Uniform, als er in einem Gebäude der medizinischen Brigade um etwa 16 Uhr das Feuer eröffnete. Laut dem TV-Sender CNN stieg er dann in ein Fahrzeug und schoss von dort aus, ehe er ein Gebäude des Transportbataillons betrat und weitere Schüsse abgab.

Dutzende Einsatzfahrzeuge

Die halbautomatische Handfeuerwaffe der Marke Smith & Wesson hatte der Schütze erst kürzlich in der Gegend gekauft. Er hätte sie aber nicht auf den Stützpunkt bringen dürfen, wie Kommandant Milley sagte. Als eine Militärpolizistin dem Mann schließlich entgegentrat, tötete er sich selbst durch einen Kopfschuss. "Er hob seine Hände, dann griff er unter seine Jacke und richtete eine Waffe auf seinen Kopf."

Nach etwa 15 Minuten waren die Sicherheitskräfte vor Ort, später versammelten sich Dutzende Polizei- und Rettungsfahrzeuge an dem Stützpunkt. Während der Schießerei heulten Sirenen, die Menschen wurden über Lautsprecher aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. "Ein Gefühl der Angst lag in der Luft", berichtete ein Augenzeuge gegenüber CNN.

Obama erschüttert

Alle 16 Opfer seien Soldaten, sagte Milley. Mindestens drei Verletzte befänden sich in kritischem Zustand, berichteten Krankenhausärzte. Der Mann lebte mit seiner Frau und einer kleinen Tochter nicht weit vom Stützpunkt entfernt.

Präsident Barack Obama zeigte sich erschüttert. "Es bricht uns das Herz, dass so etwas wieder passiert sein könnte", sagte er mit Blick auf den ersten Amoklauf in Fort Hood vor fast fünf Jahren. "Wir verfolgen die Situation genau." Es seien noch viele Fragen offen, so Obama. "Ich hoffe nur, dass alle im ganzen Land die Familien und die Gemeinschaft in Fort Hood in ihre Gebete einschließen."

Einer der größten Militärstützpunkte

Fort Hood liegt rund 300 Kilometer nordwestlich von Houston und gilt mit fast 50.000 Soldaten als einer der größten Militärstützpunkte der Welt. 2009 hatte hier ein Soldat 13 Menschen getötet und rund 30 weitere verletzt. Auch damals waren die meisten Opfer Soldaten. Bei dem Amokläufer handelte es sich damals um den Militärpsychiater Nidal Hasan, der im vergangenen August zum Tod verurteilt wurde. Es hieß, er solle Kontakte zu radikalen Islamisten gehabt haben.

Die letzte große Schießerei auf einem US-Militärstützpunkt ereignete sich im September 2013 auf einer Marinebasis in der Hauptstadt Washington. Bei dem Amoklauf waren zwölf Menschen sowie der 34 Jahre alte Schütze ums Leben gekommen. Verteidigungsminister Chuck Hagel räumte später schwere Versäumnisse ein, da das Militär von der psychischen Erkrankung, an der der Schütze litt, nichts wusste. (APA, 3.4.2014)

  • Fort Hood
    foto: ap/plunkett

    Fort Hood

  • Luci Hamlin ist erleichtert, dass ihr Ehemann Timothy den Amoklauf unverletzt überstand.

    Luci Hamlin ist erleichtert, dass ihr Ehemann Timothy den Amoklauf unverletzt überstand.

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