Weitere Causen in der Pipeline

2. April 2014, 19:32
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Nach den Prozessen Telekom I bis V gespanntes Warten auf Hochegger-Verfahren

Ein Urteil im Untreueprozess rund um den Teilverkauf des Wählamtsgebäudes auf dem Wiener Schillerplatz könnte am Freitag fallen. Damit wäre "Telekom V", das vierte von bislang fünf Telekom-Verfahren, vor dem Straflandesgericht in Wien in erster Instanz abverhandelt.

Die Causa Telekom I handelte von Aktienkursmanipulationen im Februar 2004, die Vorstand und Führungskräften Millionenprämien einbrachten. Telekom III und IV drehten sich um mutmaßlich illegale Parteifinanzierung durch die Telekom für FPÖ und BZÖ, sie wurden im Vorjahr in erster Instanz abgehandelt.

In der Causa Telekom II muss sich seit Februar der ehemalige Marketing-Chef der TA, Stefan Tweraser, verantworten. Die Beschuldigten sind zwar geständig und haben die bezogenen Gelder zurückerstattet (" tätige Reue"), Richter Michael Tolstiuk will es aber ganz genau wissen. Er beauftragte den Gutachter mit einer weiteren Befundaufnahme bezüglich der Frage, wie gängig in der TA Golden Handshakes waren und ob stattdessen auch Arbeitsverträge ohne Gegenleistung üblich waren.

Das größte aller Telekom-Verfahren ist freilich noch nicht anklagereif: Die umfangreiche Tätigkeit des TA-Lobbyisten Peter Hochegger, der bei zahlreichen Deals der TA involviert war. Insgesamt soll die Telekom durch dessen System aus Scheinaufträgen und -rechnungen und um gut zehn Millionen geschädigt worden sein. Der Aufklärung harrt auch noch der Verkauf des Telekom-Direktionsgebäudes in der Wiener Nordbergstraße, bei dem Lobbyist Walter Meischberger ("Wo wor mei Leistung?") mitgemischt hat. (ung, DER STANDARD, 3.4.2014)

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