Der "Förderstrauß" ist am Welken

2. April 2014, 18:09
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Der Wissenschaftsfonds FWF bangt weiterhin um die Zukunft der Grundlagenforschung

Wien - Die Jahresbilanz des Wissenschaftsfonds FWF klingt für Beobachter zunächst einmal positiv: 2013 konnte der zentrale Förderer von Grundlagenforschung 202,6 Millionen Euro im Wettbewerb vergeben. Das ist ein Rekordwert, der schon 2016 halbiert werden könnte: Ab diesem Zeitpunkt droht, wie berichtet, der Einbruch des Budgets, wenn das Finanzministerium ein zusätzliches Finanzierungspaket von Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) nicht bewilligt.

Dieses sieht 243 Millionen Euro für die Zeit von 2016 bis 2018 vor: "Das wäre zwar noch immer nicht ideal, aber immerhin ein Blick in die Zukunft", sagte FWF-Präsidentin Pascale Ehrenfreund bei der Präsentation der Jahreszahlen. Ein Budgeteinbruch würde einen sofortigen Bewilligungsstopp zur Folge haben, denn Grundlagenforschung müsse man langfristig planen. "2016 ist deshalb heute."

Abwanderungen drohen

FWF-Geschäftsführerin Dorothea Sturn meinte, der Fonds könne im Falle eines Budgeteinbruchs jedenfalls nicht mehr "mit dem gleichen wohldurchdachten Strauß an Förderungen auftreten." Sie warnte vor drohenden Abwanderungen international renommierter Wissenschaftler. Ein Aussetzen des Wittgensteinpreises, der mit 1,5 Millionen Euro dotiert ist, sei eigentlich nur "ein Tropfen auf den heißen Stein".

Ehrenfreund will weiter das Gespräch suchen und um eine bessere Dotierung der Grundlagenforschung in Österreich kämpfen. "Im Moment trage ich die politische Situation mit Fassung", sagte sie. Die gesamte FWF-Spitze wies darauf hin, dass schon das derzeitige Budget nicht ausreiche, um alle förderwürdigen Projekte im Land zu finanzieren. Dazu fehlten zuletzt etwa 80 Millionen Euro.

Die am 17. März gestartete Online-Petition "Wissenschaft ist Zukunft", die zusätzliche Mittel für den FWF, aber auch für die Unis und für die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) fordert, soll am 11. April an Jochen Danninger (ÖVP), den Staatssekretär im Finanzministerium, übergeben werden. (pi, (DER STANDARD, 3.4.2014)

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