China-Autos bei Denzel in der Warteschleife

2. April 2014, 15:07
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Das Autohandelsunternehmen zweifelt am raschen Markteintritt chinesischer Automarken wie Chery, BYD und Co

Wien - Das Autohaus Denzel, eines der größten Autohandelsunternehmen Österreichs, hält am Plan fest, chinesische und in weiterer Folge auch indische Marken zu importieren. Gedacht wird an eher kleine und preisgünstige Modelle von Produzenten, die nicht mit einem internationalen Hersteller liiert sind. Zusätzlich will man die Märkte rund um Österreich exklusive Deutschland (zu groß), Schweiz (anders als alle anderen) und Italien (schwierig) bearbeiten.

"Slowenien, Ungarn, Slowakei und Tschechien kann man von Wien aus gut bearbeiten," sagte Alfred Stadler, langjähriger Vorstandsvorsitzender der Wolfgang Denzel Auto AG, in einer Pressekonferenz am Mittwoch. Stadler (64) will sich künftig verstärkt um die strategische Ausrichtung des Unternehmens kümmern. Die Funktion als Vorstandssprecher der Wolfgang Denzel Auto AG, der größten Sparte in der Denzel-Gruppe, hat Gregor Strassl (43) übernommen. Gerade mit günstigen Modellen aus chinesischer Produktion rechnet sich Stadler Chancen in den umliegenden zentral- und osteuropäischen Ländern aus.

Kein eigenes Verkaufsnetz

Falls es dazu kommt, wolle man sich auf die Rolle eines Importeurs beschränken und kein eigenes Verkaufsnetz aufbauen. Das Fragezeichen ist berechtigt, weil immer schärfere Abgasnormen in Europa für chinesische Produzenten schon bisher eine kaum überwindbare Hürde darstellten. "Seit acht Jahren sind wir Partner von Chery (führender Anbieter von Pkw in China; Anm.), seit sechs Jahren haben wir einen fix und fertigen Importvertrag mit BYD (Build your Dreams; chinesischer Autohersteller), aber es geht nichts", sagte Stadler. Das werde sich so rasch auch nicht ändern. "China ist weit weg, die Abgasnormen erfüllen zu können. Auch die nächsten drei Jahre geht da wohl nichts", sagte Stadler. Grund sind nicht zuletzt die noch schärferen Euro-6-Normen, die im heurigen Herbst in der EU in Kraft treten.

Davon betroffen sind alle neuen Modelle, die 2015 auf den Markt kommen. 2013 hat die Denzel Gruppe (Denzel Auto AG, Bankhaus Denzel AG, Denzel Immobilien GmbH) bei einem um sechs Prozent auf knapp 600 Millionen Euro erhöhten Umsatz und 1050 Mitarbeitern ein geringfügig schwächeres  Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 12,3 (2012: 12,9) Millionen Euro erzielt. 268,3 (2012: 273,5) Millionen Euro Umsatz und 6,8 (4,6) Millionen Euro Gewinn (EGT) wurden in der Autosparte erzielt. Neben Volvo, Ferrari und Mitsubishi hat Denzel auch Hyundai, McLaren und 9 weitere Marken in seinen Schauräumen. Anlässlich des 80-Jahr-Jubiläums, das heuer gefeiert wird, bietet Denzel im Zwei-Wochen-Rhythmus von jeder Marke 80 Stück zu besonders attraktiven Konditionen an. (Günther Strobl, derstandard.at, 02.04.2014)

  • BYD: Build your Dreams. Nur mit den Abgasnormen hapert es noch ein wenig.
    foto: hoshiko

    BYD: Build your Dreams. Nur mit den Abgasnormen hapert es noch ein wenig.

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